Die gelachte Meditation

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Corinna Maria Lechler beim Training in ihrer Offenbacher Lach-Schule. Hier lernen Kursteilnehmer, wie aus einem anfangs künstlichen Lachen ein echtes und in jedem Fall gesundes werden kann.

Offenbach - „Lachen ist genauso gut wie Sex, Sport oder Schokolade“, sagt Corinna Maria Lechler, Leiterin der ersten Offenbacher Lach-Schule. Sie nutzte den offiziellen „Weltlachtag“ am Sonntag, um Menschen das Lachen näher zu bringen. Von Damir Suker

Weltweit gibt es mittlerweile mehr als 5 000 Lachclubs, und es werden täglich mehr. Das ist ein gefundenes Fressen für die Medien, aber eben auch für die Forschung - es gibt immer mehr Studien. Gelotologie nennt sich die Wissenschaft, die sich mit körperlichen und psychischen Auswirkungen von Gelächter beschäftigt. Und die Ergebnisse scheinen zu beweisen, was als Volksweisheit schon lange bekannt ist: Lachen ist gesund. Es aktiviert komplexe Vorgänge im menschlichen Körper. Durch Lachen werden nicht nur Glückshormone freigesetzt, sondern auch entzündungshemmende und schmerzstillende Substanzen. Demnach stärkt es das Immunsystem.

Häufigeres Lachen ist also angesagt. Das kann man tatsächlich lernen. „Man braucht weder Humor oder einen Grund - noch muss man glücklich sein, um zu lachen“, sagt Corinna Lechler. Sie unterrichtet Lachyoga, eine Form des Yoga, bei der das grundlose Lachen im Vordergrund steht. Dabei soll man ohne Zuhilfenahme von Witzen, also alleine über die motorische Ebene zum Lachen kommen. Ein anfangs künstliches Lachen soll in ein echtes übergehen.

Weitere Informationen gibt es unter 069 80909498 und auf www.mehr-lachen.de

Für das Gehirn macht das keinen Unterschied. In dem Moment in dem man das Zwerchfell aktiviert, leitet das Hirn die Ausschüttung der körpereigenen Opiate ein. Es gibt mehr als 300 verschiedene Übungen, die helfen, dieses Ziel zu erreichen. Die basieren hauptsächlich auf der Tiefenatmung des Yoga. Zu den Übungseinheiten gehören aber auch Geräusche, einige pantomimisch-schauspielerische Elemente, Körperbewegungen und Zwerchfellstimulationen. „Am Anfang ist man bei vielen Übungen gehemmt, aber mit der Zeit wird man offener und der Enthemmung folgt Entspannung“, erzählt die zertifizierte Lachyoga- Trainerin. Diese Methode ist eine „laute Sofortmeditation“, die, wie jede Form der Meditation, ein Ausschalten des Intellekts bewirken soll. Denn wer lacht, denkt nicht - und wer denkt, lacht nicht.

Das führt im optimalen Fall zu einer geistigen Entspannung und, körperlich, zu guten Bauchmuskeln. Endlich mal eine Medizin für Körper und Geist, und obendrein eine, die gut schmeckt.

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