Schalldämmung in Schutzzone 2

5,6 Millionen Euro für Offenbachs Grundschulen

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Frankfurt/Offenbach - Für den Schallschutz von Grundschulen im Umkreis des Flughafens stellt das Land im kommenden Jahr 5,6 Millionen Euro bereit. Es profitierten 29 Schulen in der Tagschutzzone 2, sagte gestern der Sprecher des Verkehrsministeriums, Marco Kreuter.

Die Schutzzone 2 deckt das Offenbacher Stadtgebiet fast komplett ab. Hier zahlt Fraport nicht für schallgedämmte Fenster und Belüftung. Gespräche mit Schulträgern und Schulen hätten stattgefunden, so Kreuter. Jetzt müssten die Gespräche ausgewertet und Förderkriterien festgelegt werden. Danach könnten die Schulen die Anträge auf Schallschutz-Mittel stellen. Wann und wie viel Geld fließt, ist noch unklar. Das Programm hatten Anfang des Jahres Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Kultusminister Alexander Lorz (CDU) angekündigt. Sie reagierten auf Studien, wonach Lärm die Schüler beim Lernen beeinträchtigt.

Im November 2014 war die „Norah“-Studie veröffentlicht worden. Sie stellte fest, dass Fluglärm bei Grundschulkindern zu Problemen beim Lesen führen kann. Je stärker die Lärmbelastung, desto langsamer lernen Kinder. Wächst der Dauerschallpegel um zehn Dezibel, sind die Kinder in den lärmbelasteten Schulen im Vergleich zu anderen einen Monat im Rückstand beim Lesenlernen, bei 20 Dezibel mehr sind es zwei Monate. Im Rhein-Main-Gebiet waren 85 Schulklassen im Frühjahr 2012 in vier unterschiedlich vom Fluglärm betroffenen Gebieten untersucht worden. Der Dauerschallpegel zur Unterrichtszeit reichte von 39 Dezibel bis 59 Dezibel. Neben dem Lärmschutz will die Regierung Programme zur Leseförderung für die Grundschulen in Zone 2 unterstützen. Die neuen Schallschutz-Mittel stehen im Etatentwurf für 2016.

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mic/dpa

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