Geld für Träume

Ja, ich verstehe, dass man es zur Zeit nur schwer in Deutschland aushält. Das Wetter, die Krise, die immer gleichen Gesichter. Da ist der Traum vom spannenden Leben, der Karriere und dem weiten Horizont schnell ausgeträumt, wenn morgens der Wecker klingelt. Von Katharina Platt

Der Wunsch, ins Ausland zu gehen, bleibt. Reisekosten, Studiengebühren und Lebensunterhalt müssen aber erst einmal aufgebracht werden. Und in der Fremde wartet auch nicht immer ein gut bezahlter Job. Wer da keine wohlhabenden Eltern hat, hat ein Problem. Auch die günstigste Reise und das großzügigste Stipendium reichen nicht aus, um in Kanada, Spanien oder China zu überleben.

Da muss eine Familie schon mal auf einen neuen Kleinwagen verzichten, um den Nachwuchs auf Selbstfindungs-Trip zu schicken. Aber was machen Eltern, die zwei oder drei Kinder zum Studieren in die Welt schicken wollen? Privatinsolvenz anmelden, damit Filius den Yellowstone sehen kann?

Stiftungen gibt es zwar viele, hohe Anforderungen auch. Nicht jedem fällt es leicht, einen Durchschnitt von eins kommairgendwas zu haben, wenn man viermal in der Woche jobben muss. Während andere zum Spring Break düsen oder in Paris über der Diplomarbeit grübeln, gibt es auch diejenigen, die froh sind, dass es mal wieder für die Miete gereicht hat und sich freuen, dass das Poster mit der Golden Gate Bridge von San Francisco einen Monat länger hängen bleiben darf.

Rubriklistenbild: © op-online

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