Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Geldwäsche - elf Verdächtige

Offenbach - Wegen Betrugs und Geldwäsche ermittelt die Staatsanwaltschaft Offenbach gegen sechs Inhaber von Inkassofirmen und fünf mutmaßliche Adressenhändler.

Sie sollen mit Geldforderungen aus angeblichen Gewinnspielen in mehreren Bundesländern einen Schaden von mehr als zwei Millionen Euro angerichtet haben, berichtete die Staatsanwaltschaft in Offenbach heute.

Am gestrigen Mittwoch hatten die Offenbacher in zehn Bundesländern 24 Wohnungen und Büros durchsuchen lassen und dabei „wahnsinnig große Datenmengen“ und zahlreiche Akten sichergestellt. Allein deren grobe Sichtung werde mehrere Wochen dauern, hieß es.

Mehrere hundert Strafanzeigen liegen vor

Gegen den Hauptverdächtigen, den Inhaber einer Inkassofirma aus Neu-Isenburg, liegen nach Darstellung der Ermittler mehrere hundert Strafanzeigen vor. Danach soll er finanzielle Forderungen aus angeblichen Gewinnspielen eingetrieben haben. Gegen den Beschuldigten werde seit gut einem Jahr ermittelt. Er habe sich dabei aber zunächst darauf berufen können, nur den Forderungen eines russischen Geschäftsmannes nachzukommen, und nicht prüfen zu müssen, ob diese rechtmäßig seien.

Als sich herausstellte, dass der angebliche russische Geschäftsmann gar nicht existiert, habe das zuständige Oberlandesgericht dem Firmeninhaber untersagt, weiterhin ungeprüft Forderungen aus Gewinnspielen einzutreiben. Zugleich hätten mehrere Banken keine Konten mehr für den Beschuldigten eröffnet. Daraufhin soll dieser einen Familienangehörigen mit der Eröffnung von Konten beauftragt haben.

Vier Komplizen arbeiteten auf die gleiche Weise

In Wiesbaden, Thüringen und Berlin fand er zudem den Ermittlungen zufolge vier Komplizen, die neue Inkassofirmen eröffneten, und nach der selben Masche Geld eintrieben. Einen Teil ihrer Einnahmen sollen sie an den Neu-Isenburger überwiesen haben. Die Geldforderungen aus den angeblichen Gewinnspielen seien dafür von 150 auf 250 Euro erhöht worden. Gegen einige der Verdächtigen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft in Krefeld wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz.

Die Ermittlungsbehörde aus Nordrhein-Westfalen hatte gestern ebenfalls in mehreren Bundesländern mehr als 20 Objekte durchsuchen lassen und dabei einen Hauptverdächtigen festgenommen. Dieser sitzt in Untersuchungshaft. Die mutmaßlichen Täter sollen illegal Adressen gekauft und arglose Bürger aufgefordert haben, eine angebliche Glücksspielgebühr zu zahlen.

dpa

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