Gelungene Premiere für Offenbacher Kranlauf

Rund ums Hafenbecken

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Der 1. Offenbacher Kranlauf von Aids-Hilfe und Quartiersmanagement lockte gestern sportlich Ambitionierte ebenso wie neugierige Feiertagsausflügler ins Hafenviertel. Es galt, einen Rundkurs über drei oder fünf Kilometer zu bewältigen. Letztlich zählte aber nur das Mitmachen.

Offenbach - Rund ums Hafenbecken war am Tag der Deutschen Einheit einiges los. Der 1. Offenbacher Kranlauf von Aids-Hilfe und Quartiersmanagement lockte sportlich Ambitionierte ebenso wie neugierige Feiertagsausflügler ins neue Wohn- und Erlebnisviertel. Von Harald H. Richter 

Ziemlich aus der Puste, aber mit sich zufrieden, überquert Kevin die Ziellinie und muss einen Moment verschnaufen, bevor er imstande ist, einen kräftigen Schluck aus der Mineralwasserflasche zu nehmen. „Geschafft“, freut sich der zehnjährige Schüler und ist erleichtert, die Strecke rund ums Hafenbecken gemeistert zu haben. Als man dem Blondschopf steckt, der vermeintliche Drei-Kilometer-Rundkurs sei sogar um 900 Meter länger gewesen als zunächst angegeben, macht ihn die Teilnahme am 1. Offenbacher Kranlauf von Aids-Hilfe und Quartiersmanagement noch stolzer. Dass der jüngste Teilnehmer im Feld die Distanz überhaupt gepackt hat, ist so selbstverständlich nicht. „Ich hab ja Asthma“, gibt der Junge eher beiläufig preis. „Außerdem bin ich nicht nur für mich gelaufen, sondern für das Theresien Kinder- und Jugendhilfezentrum“, fügt er hinzu und dürfte den anderen Kids seiner Tagesgruppe beim nächsten Treffen allerhand zu erzählen haben.

Gesprächsstoff liefert die von Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber eröffnete Premierenveranstaltung allemal. Über 100 Läufer – viele von ihnen haben rote Solidaritätsschleifen angeheftet – tragen sich in die Teilnehmerlisten ein, um mit Start und Ziel am Blauen Kran entweder die kürzere oder die Fünf-Kilometer-Distanz zu bewältigen. „So ganz genau haben wir sie nicht abgemessen“, räumt Manfred Ginder ein. „Aber das ist letztlich nicht entscheidend“, fügt der Leiter der Abteilung Sportmanagement im Offenbacher Rathaus hinzu. „Der Mitmachfaktor zählt und die gemeinsame Freude.“

Die empfinden zusammen mit einem begeisterungsfähigen Publikum, das die Teilnehmer unterwegs anfeuert, auch Gabriele Juvan, Roza Rueb und Talib Richard Vogl vom Künstlerhaus Hasenbachhof. „Im Sinne guter Nachbarschaft zum Hafenviertel ist es uns eine Herzenssache mitzulaufen“, begründet Juvan die Teilnahme des „Häschen-Trios“, dessen Atelier mit Galerie seit dem Frühjahr im Nordend verortet ist. Auch Linus, ein zwölfjähriger Hobbyläufer aus Rumpenheim, ist im Feld zu entdecken. Ihm folgt wenig später im zweiten Rennen Papa Bernhard, der sich die längere Strecke zutraut. Diethelm Kuttich, Vorsitzender des mitorganisierenden Offenbacher Leichtathletik Clubs, sorgt auf dem Rad vornweg fahrend dafür, dass unterwegs niemand vom Weg abkommt. Den besten Blick aufs Geschehen bietet sich freilich von der Aussichtsplattform des Blauen Krans. Fast der komplette Kurs ist einsehbar. Doch auch zahlreiche Anwohner verfolgen applaudierend das Premierenspektakel von ihren Balkonen aus.

Neben einer großen Anzahl Hobbyläufer sind etliche Leistungssportler aus dem Rhein-Main-Gebiet der Einladung zum Benefizlauf gefolgt, dessen Einnahmen aus der Startgebühr der hiesigen Aids-Hilfe zugutekommen. Michael Lämmert, einer ihrer Sprecher, erläutert auf der Bühne im Gespräch mit Quartiersmanager Marcus Schenk und dem Moderator des Events, Travestiekünstler René Rexhausen, dass die Hilfsorganisation neben der klassischen Vorbeugungs- und Aufklärungsarbeit mehrere Projekte betreut.

Kranlauf im Offenbacher Hafenviertel: Bilder

Das musikalische Bühnenprogramm gestalten sowohl JP Beatbox und Herr Kaleun, als auch mit Liedern zur Gitarre die Solisten Karo Konrad, Marco Pleil und Jan Schnitt. Die schillerndste Figur gibt jedoch in wechselnden Outfits René Rexhausen ab. Einst in Mühlheim auf Gerdas Kleiner Weltbühne zu Hause, tritt das Multitalent immer öfter auch in Offenbach auf, zuletzt während der Interkulturellen Wochen. Offen lassen er und der Quartiersmanager, ob sie nächstes Jahr bei der Zweitauflage der Veranstaltung gemeinsam an den Start gehen werden – die Diva auf Stöckelschuhen, „allerdings nur flanierend“, und der Quartiersmanager im Smoking.

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