Peter Tauber beim CDU-Neujahrsempfang

Kein Platz für Ängste

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Geballte Parteiprominenz beim Neujahrsempfang der CDU Offenbach im Büsingpalais (von links): Europa-Abgeordneter Thomas Mann, Bundestagsabgeordneter Peter Wichtel, Generalsekretär und Gastredner Peter Tauber, Staatsminister Stefan Grüttner

Offenbach - „Eigentlich ist Angst gar nicht mein Thema“, versicherte Unions-Generalsekretär Peter Tauber beim CDU-Neujahrsempfang im Büsingpalais. Von Markus Terharn

Aber seine Ausführungen beim CDU-Neujahrsempfang im Saal des Büsingpalais stellte der Christdemokrat aus Gelnhausen am Sonntagnachmittag unter dieses Leitwort: Was Bürgern heutzutage Angst macht.

Tauber nannte die Ebola-Epidemie in Afrika, den Ukraine-Konflikt, die Flüchtlingsströme im Mittelmeer. Aber auch Datenskandale und „die schlimmen Bilder in Paris, die sich tief ins Gedächtnis eingebrannt haben“ und die nicht nur Frankreich beträfen. Das Allerwichtigste seien „die sehr starken Signale der Solidarität“ gewesen, die Kundgebungen für Menschenrechte, für Meinungsfreiheit. „Wir haben ein gemeinsames Wertefundament, eine gemeinsame politische Ordnung“, meinte der Christdemokrat. Trost und Hoffnung bezog Tauber aus der Mahnwache muslimischer Verbände am Brandenburger Tor in Berlin. „Das muss man anerkennen und danke sagen.“

Was ist schiefgelaufen?

Tauber wandte sich auch gegen Vorurteile. Als er gehört habe, ein junger Dinslakener sei als Salafist festgenommen worden, habe er gleich ein Bild im Kopf gehabt. „Bis der Sprecher sagte, der Mann heißt Nils.“ Die Gesellschaft müsse sich fragen, was da schiefgelaufen sei. Unter den vier Millionen Muslimen im Land seien zwei Millionen deutsche Staatsbürger „und mehrere 100 CDU-Mitglieder“, betonte der Redner. Sie hätten Angst vor ihren Glaubensbrüdern. Tauber forderte: „Denen, die sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen, müssen wir zeigen, dass wir an ihrer Seite stehen.“

Im Jahr 25 der deutschen Einheit zitierte Tauber den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl: „Aus Ängsten kann nichts Gutes erwachsen.“ Für dieses Jahr sei das ein guter Leitgedanke. Zum Stichwort Leitkultur sagte er, im Einwanderungsland Kanada komme erst die kanadische Identität, dann die individuelle. Die schwarz-rot-goldene Beflaggung bei der Beisetzung der Türkin Tugce Albayrak nannte er ein „starkes Bekenntnis“ – ebenso eine Dankfeier früherer vietnamesischer Flüchtlinge, die das Deutschlandlied sangen.

Falsche Prioritäten

So weit, dass er seinem Vater eine Eintracht-App auf dem Smartphone installiert hätte, ging der Integrationswille des Kickersfans Tauber nicht. Doch für den Fall, dass jemand spontan in die CDU eintreten wollte, zückte er ein Beitrittsformular. Eingangs hatte der örtliche Parteivorsitzende Stefan Grüttner die Kommunalpolitik aufs Korn genommen. „Falsche Prioritäten“ waren der rote Faden. Zwar lobte der hessische Sozialminister positive Entwicklungen wie den Ausbau des Hafens zum Wohngebiet; er erinnerte indes daran, dass die Neubürger auch etwas verlangten: Schule, Kindertagesstätten. Beim Parkhaus hätte es „vielleicht eine etwas kreativere Lösung geben können“...

Ein „Armutszeugnis für die Stadt“ sei, dass 50 Prozent der Grundschüler nicht schwimmen könnten, während für Radwegschilder 300 000 Euro plus 40 000 Euro Folgekosten jährlich ausgegeben würden. Falsche Prioritäten sah Grüttner bei fehlendem Mobiliar und ungestaltetem Gelände der Schule Bieber-Waldhof, beim geplanten Marktplatz-Umbau und beim Besucherzentrum am Wetterpark. Ausgangs äußerte Peter Freier, CDU-Fraktionschef im Stadtparlament, nur einen Wunsch: Der (rot-grüne) Magistrat möge annehmen, „der andere könnte auch Recht haben“. Dann entließen die Klänge des Quartetts Cuatro Naciones die Besucher in den gemütlichen Teil.

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