Genug Sonne auf dem Dach?

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Solarkataster für Offenbach soll bis Herbst erstellt sein.

Offenbach ‐ Werner M. ist ein aufmerksamer Leser unserer Zeitung. Und als solcher nimmt er uns beim Wort: „Kataster zeigt, welche Dächer sich eignen“, so war Anfang Oktober des vergangenen Jahres ein Bericht überschrieben, der sich einem Beschluss der Offenbacher Volksvertreter widmete. Von Matthias Dahmer

Danach sollte für das gesamte Stadtgebiet ein so genanntes Solarpotenzialkataster erstellt werden. „Wenn der ESO mittels Überfliegung der Stadt seine Daten für die Berechnung der neuen Abwassergebühr sammelt, ist auch gleich ein Gerät mit an Bord, das die Eignung der Dächer für die Installation von Solaranlagen ermittelt“, hieß es damals. Die gewonnenen Ergebnisse sollten ins Internet gestellt und von jedermann kostenlos eingesehen werden können.

Der Bescheid zur neuen Abwassergebühr ist längst da, dann müsste doch auch schon in Erfahrung zu bringen sein, ob sich mein Dach zur Nutzung der Sonnenkraft eignet, folgerte Hausbesitzer M. dieser Tage. Also gleich eine E-Mail an den ESO geschickt und nachgefragt. Dort weiß man mit dem Begehren wenig anzufangen und verweist M. ans Katasteramt. „Ich habe das Amt angeschrieben und zusätzlich die EVO. Von beiden habe ich keine Antwort erhalten“, berichtet der ziemlich ratlose Offenbacher.

Dass die von ihm Angeschriebenen schweigen, liegt am Geld. Um das Internet-Kataster zu erstellen, sind 40.000 Euro nötig, die erst im Dezember mit dem Nachtragshaushalt 2010 freigegeben wurden, klärt Stadtsprecher Matthias Müller auf. „Das war das Haupthindernis.“ Nun kann das zuständige Vermessungsamt loslegen, kann den Auftrag erteilen, damit das Vorhaben spätestens bis zum Herbst fertig ist.

So soll es funktionieren: Das Thema auf den städtischen Internet-Seiten angeklickt, und schon spuckt der Computer kostenlos die Informationen aus. Etwa wie viel Prozent der Dachfläche mit Solarmodulen bestückt werden können, was es kostet, wie viel Kilowatt pro Jahr drin sind und wann sich die Anlage amortisiert hat. „Eine weitergehende Beratung kann das städtische Baubüro oder ein Handwerker übernehmen“, so Matthias Müller.

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