Neue Umzäunung und Fahrradständer

Waldzoo geöffnet trotz Bauarbeiten

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Der siebenjährige Jonas aus Bieber ist mit Oma Susanne Feuerstein in den Waldzoo gekommen und füttert die Ziegen.

Offenbach - Trotz laufenden Betriebs wird der Offenbacher Waldzoo derzeit peu à peu modernisiert. Zusätzlich zum bereits bestehenden Angebot soll künftig ein wetterfester Aufenthaltsraum auf diesem Gelände seinen Platz finden. Von Harald H. Richter 

Die Bauarbeiten sollen die Besucher möglichst wenig stören. Große Teile des Geländes sind bereits mit einer neuen Umzäunung versehen. Ein stabiles Eingangstor sichert vor unbefugtem Zutritt. Auch im Innern des Offenbacher Waldzoos tut sich einiges. Bei laufendem Betrieb wird gehämmert, gebohrt und geklopft, denn die Arbeiten zur Sanierung dieser seit 1965 bestehenden Naherholungsanlage am Nassen Dreieck sind in vollem Gang. Im Frühjahr hatten die Dr.-Marschner-Stiftung und der gemeinnützige Unterstützungsverein des Rotary-Clubs Offenbach nach intensiven Gesprächen und Bestandsaufnahmen in enger Koordination mit dem Zoo und der Stadt Offenbach eine umfangreiche Unterstützung beschlossen. 125.000 Euro wurden daraufhin zur Verfügung gestellt.

Ein Teil dieses Geldes wird buchstäblich verbuddelt. Denn die teils abschüssigen Hauptwege benötigten eine solide Grundierung, damit etwa Regenwasser sauber abfließen kann. Auch der Spielplatzbelag wird gegenwärtig erneuert, um den Fallschutz zu verbessern. Am Eingang sollen in den nächsten Tagen stabile Fahrradständer aufgestellt werden. Nicht alle Arbeiten werden vor dem Wintereinbruch zu schaffen sein, räumt Zooleiterin Susanne Wollensak ein. „Es wird weitergehen, sobald die Witterung es zulässt.“ Das gilt besonders für den Bau eines wetterfesten Aufenthaltsbereichs, von dem besonders Schulklassen und andere Gruppen profitieren sollen. Auch das Kassenhäuschen und die Toiletten werden auf Vordermann gebracht. „Es ist uns aber wichtig, die Beeinträchtigungen während der Bauphase so gering wie möglich zu halten“, versichert Wollensak.

Auch an diesem Ferientag herrscht im Waldzoo reges Kommen und Gehen. Familie Eberth aus Naumburg (Sachsen-Anhalt), gegenwärtig im Landkreis zu Besuch, ist zu fünft plus Vierbeiner in den Tierpark gekommen. Ursprünglich wollte man sich den Frankfurter Zoo anschauen. „Dort sind Hunde aber nicht erlaubt, hat man uns gesagt.“ Also entschied die Familie sich dafür, Bekanntschaft mit Hängebauchschweinen, Schafen, Ponys und Kängurus zu schließen. Den drei, acht und zehn Jahre alten Kindern der Eberths haben es besonders die possierlichen Hauskaninchen angetan. Deren Stall wird gerade ausgemistet, und gleich gibt es frisches Futter für die kleinen Nager.

Ihnen schauen auch zwei Dutzend Kinder der Handballjugend der SG Mühlheim-Dietesheim zu, die im Verlauf einer Ferienfreizeitwoche ihres Vereins einen Tagesausflug nach Offenbach unternommen haben. „Vorhin waren wir im Wetterpark, jetzt ist der Waldzoo an der Reihe“, berichtet Teambetreuerin Miriam Ott. Florian, Dennis und Finn blöken spaßeshalber mit den Schafen um die Wette, während vor allem die Mädchen aus der Gruppe den Ponys ein paar Streicheleinheiten gönnen. Susanne Feuerstein gehört zu jenen Besuchern, denen die Entwicklung des Waldzoos seit Jahren geläufig ist. Heute ist sie mit ihrem siebenjährigen Enkel Jonas aus Bieber hergekommen. Einen reich gefüllten Becher in der Hand, lässt der Zweitklässler keine Gelegenheit aus, den Tieren in den Gehegen leckeres Mischfutter hinzuhalten. Freilich viel zu schnell ist der Vorrat aufgebraucht.

Nur die Kängurus lassen sich partout nicht blicken. Seit zwei Wochen teilt sich Beuteltier Skippy ein Gehege mit Neuzugang Brokoli, einem einjährigen Weibchen aus einem Kölner Streichelzoo. „Die hätte ich gern noch gesehen“, bedauert Jonas am Ende eines trotzdem erlebnisreichen Nachmittags bei Hase, Stinktier und Co.

Vielleicht aber lassen sich die Beuteltiere beim nächsten Besuch aus ihrem Unterstand locken – am 31. Oktober etwa, wenn von 15 bis 21 Uhr im Waldzoo Halloween gefeiert wird. „Wenn der Kürbis leuchtet in der Nacht, ist das Grauen an der Macht“, so lautet das Motto, kündigt Mitarbeiterin Jasmin Zimmermann an. „Natürlich gibt es wieder Hexengebräu und blutiges, schauriges Essen.“ Und überall auf dem Gelände lauern Monster und fordern von den kleinen Besuchern Antwort auf diese Frage: „Süßes oder Saures?“ Weitere Informationen: www.waldzoo-offenbach.de.

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