„Unbefriedigende Situation“

Ärger im OFC-Stadion: Gerüst am Bieberer Berg zeugt von Stillstand

Gerüst Stadion Bieberer Berg Haupttribüne
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Klar, ohne Gerüst ist das Dach an der Haupttribüne des Stadions Bieberer Berg nur schwer zugänglich. Allerdings sind Arbeiter seit Wochen nicht mehr gesehen worden. Den Stadion-Manager ärgern die ungenutzten Konstruktionen seit langem.

Bei Heimspielen von Kickers Offenbach dürfen wieder Fans ins Stadion - trotz steigender Corona-Zahlen. Das führt ein altes Problem vor Augen: Die Baustelle am Bieberer Berg.

Offenbach - Für viele Fußballfans ist’s eine gute Nachricht: OFC-Heimspiele sind auch bei steigenden Corona-Inzidenzen mit bis zu 7000 Zuschauern möglich. „Stand jetzt“, wie es so unschön neuerdings bei den Kick-Experten heißt. Wer sich also heute aufmacht zum Stadion Bieberer Berg, um die Regionalliga-Partie gegen die TSG Hoffenheim II live (Anpfiff: 10.09.2021, 19 Uhr) zu verfolgen, reibt sich vielleicht verwundert vor der im Grunde schmucken Haupttribüne die Augen: „Mensch, die Gerüste stehen ja immer noch.“ Es ist mittlerweile ein Dauer-Ärgernis.

Vorweg: Andreas Herzog, Chef der Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB), möchte nicht in fachliche, bautechnische Details gehen. Das überlässt er den Fachleuten in der Konzernmutter, den Offenbacher Stadtwerken. Und die setzen sich wohl aktuell mit einem Dachdeckerbetrieb aus dem Südhessischen auseinander. Dabei hat die Problematik eine weitaus längere Vorgeschichte.

OFC: Ärger am Bieberer Berg - Gerüste stehen schon seit Februar

Bei der offiziellen Abnahme (gut drei Monate nach der offiziellen Einweihung am 18. Juli 2012 mit dem Freundschaftsspiel der Kickers gegen Bayer 04 Leverkusen) des Stadions von der Paderborner Bremer AG wurde am Warmdach der Haupttribüne ein Mangel festgestellt. Herzog: „Das war und ist völlig unstrittig.“ Der Generalunternehmer leistete eine Rückstellung für die spätere Ertüchtigung. Da es sich um keine dringliche Angelegenheit handelte, die weiteren Schaden verursachen könnte, wartete die SBB mit der Beauftragung.

Jetzt, da das dritte Tribünen-Obergeschoss für eine Vermietung teilweise ausgebaut wurde, sollte das Dach ab dem Frühjahr 2021 mitgemacht werden – in einem Aufwasch sozusagen. Dazu habe man ganz bewusst, so der Stadionmanager, die Zeit genutzt, in der – bedingt durch die Corona-Auflagen – ohnehin keine Fußballfans auf dem Bieberer Berg zugelassen waren. Die sind jetzt wieder da und sehen die beiden Gerüste an den seitlichen Treppen-Aufgängen. Die stehen seit Februar, obwohl die Dachdecker seit Wochen nicht mehr da gewesen sind.

„An unserem Anspruch vorbei“: Ewige Baustelle am OFC-Stadion

„Ein Unding“, ärgert sich Andreas Herzog, der sich vor allem um den Ruf und die Vermarktung des Stadions und dessen Business-Räume sorgt. „Das geht an unserem Anspruch vorbei; wir wollen hier weiterhin ein perfektes Produkt verkaufen.“ Und er fügt hinzu: „Das mutet doch eher wie eine Großbaustelle an...“. Um das wenigstens ein wenig zu kaschieren, hat er für die Bauzäume großflächige Banner mit dem Stadion-Logo fertigen lassen. Bau- und Dämmmaterial, auf den Laufflächen gelagert, zeugen derweil von einem temporären Stillstand.

Dennoch werde er immer wieder auf die Stahlgerüste angesprochen – von Fans, von Pendlern, die täglich auf der Fahrt zur oder von der B448 das Stadion passieren. Es ist schließlich kein abgelegenes Hafen-Areal, sondern der östliche Eingang zur Stadt – und somit aktuell nicht gerade die allerbeste Offenbacher Visitenkarte. Das empfindet Herzog als zutiefst unbefriedigend.

Wer heute Abend auf den Stadionbesuch verzichten muss, kann das Match von Kickers Offenbach gegen die TSG 1899 Hoffenheim II live im Kickers TV oder in unserem Live-Ticker verfolgen. (Von Martin Kuhn)

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