Geschlemmt für die Armen

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Rührige Köche im Sternekochclub Offenbach: Claus Fischer mit den Marktbeschickern Heidi Jung, Anne Färber, Joachim Lang, Claudia Schupp und Monika Schmidt beim Zubereiten des Menüs zum Charity-Abend.

Offenbach - (ddü) „Alle reden von Krise, dabei geht es uns doch noch gut“, sagt Claus Fischer. „Hier muss niemand Hunger leiden oder Angst haben, kein Dach mehr über dem Kopf zu haben – in anderen Teilen der Welt sieht das ganz anders aus.“

Bei einem Charity-Abend wird im Sternekochclub in Bürgel ein exklusives Fünf-Gänge-Menü aufgetischt – die rund 60 Gäste schlemmen nach Herzenslust und tun dabei noch etwas Gutes. Seit dem frühen Nachmittag haben acht Beschicker des Offenbacher Wochenmarktes Gemüse geputzt und Kartoffeln geschält, Pesto angerührt und Tomaten eingekocht. Die Zutaten für den Festschmaus stammen größtenteils aus eigenem Anbau. Der Erlös des Abends kommt dem Verein Monte Redondo zu Gute, der in Kolumbien mehrere Schulen und Kindergärten unterstützt. „Wir arbeiten vor allem mit saisonalen Produkten und haben daraus ein interessantes und abwechslungsreiches Menü zusammengestellt“, erklärt Küchenchef Claus Fischer. Als Appetitanreger kommt eine Kartoffelterrine im Speckmantel an Basilikum-Pesto auf den Teller, gefolgt von Rehspießchen mit Schokoladensauce, Pflücksalat und Blüten. Weiter geht die kulinarische Expedition mit Gorgonzola-Spinat-Nockerln in klarer Tomatenessenz und einer Roulade von der Putenbrust auf Kerbelschaum, bevor schließlich das Dessert serviert wird: Panna Cotta auf Vanillesauce. „Die Arbeit mit den Marktbeschickern hat sehr viel Spaß gemacht – am liebsten würde ich mit ihnen ein Restaurant eröffnen“, scherzt Fischer.

Spenden für die Aktion Monte Redondo:

 Städtische Sparkasse Offenbach, BLZ 505500 20, Konto 9003 800

Rund 2500 Euro sind am Ende des Abends für das soziale Projekt zusammen gekommen. Der Verein Monte Redondo ist vor 30 Jahren im Umfeld der Gemeinde St. Elisabeth im Lauterborn gegründet worden und hat bereits rund 1,5 Millionen Euro in die Elendsviertel rund um die kolumbianische Hauptstadt Bogotá transferiert. Die dort ansässigen Schwestern vom armen Kinde Jesu ermöglichen den Kindern eine schulische oder handwerkliche Ausbildung, bemühen sich um die Alphabetisierung der Erwachsenen und bieten den Schülern einmal pro Tag eine warme Mahlzeit. „Jeder einzelne Cent kommt dort an, wo er gebraucht wird“, erklärt die Kassiererin des Vereins, Margit Jung. „Unsere Mitglieder sind regelmäßig vor Ort und kontrollieren, was mit dem Geld geschieht.“

Der Bürgerkrieg in Kolumbien zwingt die Menschen aus den ländlichen Regionen immer wieder zur Flucht, sie stranden schließlich in den Slums rund um die Großstädte, aus denen sich der Staat weitgehend zurückgezogen hat. „Von unseren Spenden werden die Gehälter der Lehrer und die Schulspeisung bezahlt, wir finanzieren den Bau neuer Schulen und Kindergärten sowie den Kauf von Lehrmaterial“, erklärt die Vorsitzende von Monte Redondo, Andrea Bedel. Die Gäste im Sternekochclub genießen derweil ihr exquisites Mahl – wohl wissend, dass sie mit ihrem Genuss das Leid am anderen Ende der Welt ein klein wenig lindern. 

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