Geschlossene Mobilitätslücke

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Auch im KOMM ist jetzt ersichtlich, wann Busse und Züge gehen.

Offenbach (cwr) ‐ Das Bürgerbüro im Rathaus war der erste von fünf geplanten Orten abseits einer Haltestelle, an dem im Juli eine elektronische Anzeigentafel mit so genannter dynamischer Fahrgastinformation (DFI) installiert wurde. Nun sind auch die weiteren vier Anzeigetafeln angebracht worden.

Sie hängen im KOMM-Einkaufszentrum, im Ringcenter, bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und im Städtischen Klinikum.

Auf den dort angebrachten 42-Zoll großen Bildschirm werden neben einer Umgebungskarte die jeweils nächstgelegenen Haltestellen und die dort abfahrenden nächsten Verbindungen mit Bus und Bahn dargestellt.

An den zentralen Umsteigestationen in Offenbach läuft der Betrieb DFI-Anzeigen mit Echtzeitinformationen bereits seit letztem Jahr. Durch den Abgleich des Soll-Fahrplans von Bussen und S-Bahnen mit der aktuellen Position des Fahrzeugs werden die tatsächlichen Ankunftszeiten ermittelt - also auch eventuelle Verspätungen direkt angezeigt. Diese Zeiten auf die sieben an zentralen Haltestellen aufgestellten elektronischen Anzeigetafeln zu bekommen, war der erste Schritt, den Offenbachs lokale Nahverkehrsorganisation NiO (Nahverkehr in Offenbach) im Projekt ICMA (siehe Hintergrund) unternahm.

Die Einführung von Displays an publikumsreichen Orten abseits der Haltestellen war dann der zweite Teil des durch die EU geförderten Projekts, bei dem es konkret darum geht, Mobilitätslücken auf dem ersten und letzten Kilometer der Reise zu schließen. Das Angebot richtet sich bewusst an die Zielgruppen der älteren und mobilitätseingeschränkten Personen.

Am Anfang stand eine Befragung durchgeführt. NiO-Geschäftsführerin Anja Georgi: „So fanden wir heraus, dass sich die Generation über 55 detaillierte Informationen zu Wartezeiten und Anschlüssen wünscht.“ Zum Beispiel beim Einkaufen oder nach Arztbesuchen. Vom neuen Service profitieren natürlich alle ÖPNV-Nutzer Offenbachs.

Zunächst erhielten alle Bussen der Offenbacher Verkehrs-Betriebe ein GPS-basiertes „RBLlight“-System. Das errechnet sowohl die Position des Busses als auch die Fahrplanlage und ermittelt so die tatsächliche Abfahrts- und Ankunftszeit. Die Daten werden automatisch an die Fahrplanauskunft des RMV übermittelt. Über dessen Server werden die Zeiten auf die DFI-Anzeigen übermittelt. Gleichzeitig sind sie über die Fahrplanauskunft im Internet auf abrufbar. Technischer Partner für die Anzeigetafeln ist die Firma SoliDat aus Rödermark. Sie stellt Displays, Technik und Software zur Verfügung und übernimmt die nächsten beiden Jahre die Wartung.

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