Gesellen und Ausbildungsbetriebe von Handwerksjunioren ausgezeichnet

Anerkennung für die Besten

Langen - Fast 1700 junge Menschen absolvieren in Offenbach eine Ausbildung bei Handwerkern. Die Jahrgangsbesten und ihre Betriebe sind geehrt worden. Von Daniel Untch 

Der Beste auf einem Gebiet zu sein, ist schön, dafür geehrt und anerkannt zu werden, noch schöner. Das war der Grundgedanke der Handwerksjunioren Offenbach, die am Dienstagabend im Langener Rathaus zum ersten Mal die Jahrgangsbesten verschiedener Gesellenprüfungen sowie deren Ausbildungsbetriebe auszeichneten. „Die Idee entstand bei einem unserer Stammtische“, sagte Thomas Isser, Vorstandsmitglied bei den Handwerksjunioren. So würden zwar die einzelnen Innungen ihre Besten ehren, es sei aber sehr schön, wenn einmal die Besten aller Innungen gemeinsam zusammenkämen. Und so wurden 32 Gesellen aus 31 Betrieben und 16 Innungen ausgezeichnet. Die etwa 120 Besucher sprengten die Dimensionen des eigentlich angedachten Austragungsortes in der Sparkasse Langen-Seligenstadt, und so zog man in den Stadtverordnetensaal des Rathauses um.

Kreishandwerksmeister Wolfgang Kramwinkel betonte die enge Kooperation seiner Einrichtung mit den Schulen, um das Handwerk stärker in das Blickfeld von Schulabgängern zu rücken. Diese Bemühungen zeigten bereits erste positive Auswirkungen. So konnten in diesem Jahr viele Stellen bereits frühzeitig besetzt werden. Die Zusammenarbeit mit den Schulen soll künftig auf alle Schulformen ausgedehnt werden. Kramwinkel erklärte: „Wir müssen jungen Menschen Chancen im Handwerk bieten, die einer akademischen Ausbildung in nichts nachstehen.“ Einen besonderen Dank hat er für die Ausbildungsbetriebe im Gepäck, denn sie sind es, die an diesem Abend im Vordergrund stehen sollten. „Bleiben Sie ihrer Linie treu, denn wir setzen auf nachwachsende Ressourcen – unsere Azubis.“

Landrat Oliver Quilling lobte die Gesellen für den Biss und die Ausdauer, die sie während ihrer Ausbildungszeit gezeigt haben, und sagte: „Wenn es diese Auszeichnung nicht bereits gäbe, man müsste sie erfinden.“ Er betonte die vielen Fortbildungsmöglichkeiten, die das Handwerk biete. Für Quilling ist klar: „Das Handwerk hat Tradition und Zukunft.“

Wie werde ich...? Holzmechaniker/in

Nacheinander wurden die zwei Besten aus Sommer- und Winterprüfung verschiedener Gewerke aufgerufen. Vom Anlagenmechaniker über Bäcker, Glaser und Mechatroniker sind alle Berufe vertreten. Geselle und Ausbilder durften auf die Bühne kommen und sich über eine Urkunde, Glückwünsche sowie kleine Präsente freuen. Am Ende der Auszeichnungszeremonie war die Bühne voll.

In der stark von Männern geprägten Runde freute sich Uwe Czupalla, Geschäftsführer der Kreishandwerksjunioren, besonders über die ausgezeichneten Frauen - zum Beispiel über Selina Staub als beste Fahrzeuglackiererin in der Sommerprüfung oder Xenia Awenius und Tamara Schlegel. Beide belegten punktgleich den ersten Platz in der Sommerprüfung der Schilder- und Lichtreklamehersteller. Gleich zweifach vertreten war die Firma Metallbau Trabold aus Mühlheim, die sowohl in der Winter- als auch der Sommerprüfung der Metallbauer einen der beiden besten Gesellen stellen konnte.

Die Junioren sind ein noch recht neuer Zusammenschluss von jungen Unternehmern, die den Nachwuchs auf dem Weg zum Meistertitel unterstützen und beraten. Isser rief den Anwesenden zu: „Leidenschaft ist das beste Werkzeug. Bewahren Sie sich Ihre Leidenschaft, dann ist kein Weg unmöglich.“

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