„Gespräche über Fusion auf höchster Ebene“

+
Manroland leidet unter der weltweiten Absatzkrise. Ernsthafte Gespräche über eine Fusion mit Heideldruck werden geführt.

Heidelberg/Frankfurt  - Die weltweite Absatzkrise treibt die beiden Druckmaschinenbauer „manroland“ und Heidelberger Druckmaschinen zusammen.

Die Gespräche über eine Fusion der beiden Verlust schreibenden Unternehmen würden inzwischen „auf höchster Ebene und mit Ernsthaftigkeit“ geführt, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) unter Berufung auf das Umfeld der beiden Konzerne. Sprecher der Unternehmen wollten gestern keine Stellung nehmen. „Das sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren“, sagte ein Sprecher von Heideldruck. Die Betriebsratsvorsitzende von „manroland“, Alexandra Roßel, hatte unserer Zeitung gesagt, dass der Aufsichtsrat des Unternehmens heute tagt.

Die vermeintlich höchste Hürde, die kartellrechtliche Prüfung der EU, sei voraussichtlich zu bewältigen, schreibt die „FAZ“. In den Konzernzentralen in Offenbach und Heidelberg gehe man offensichtlich davon aus, dass dieEU-Kommission der Fusion unter Auflagen zustimmen würde.

„manroland“ habe angeblich bereits dieDeutsche Bank als Berater engagiert, Heideldruck setze auf die Dienste der Investmentbank Merrill Lynch. Die Gewerkschaften befürchten im Falle des Zusammenschlusses den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze. Zudem müsse die Fusion den Aktionären der größeren Heidelberger Druck erst noch schmackhaft gemacht werden.

„manroland“ leidet unter der weltweiten Flaute und einer anhaltenden Auftragsschwäche. Im ersten Halbjahr war der Umsatz um knapp 30 Prozent eingebrochen. Wie die großen heimischen Konkurrenten Heidelberger Druck und Koenig & Bauer reagierte „manroland“ auf die Einbrüche mit Stellenstreichungen. Knapp 1.100 der 8.700 Beschäftigten müssen nach früheren Angaben gehen.

Der schwer angeschlagene Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck hat mit enormen Auftragseinbrüchen und hohen Verlusten zu kämpfen. Die Verluste addierten sich im Geschäftsjahr 2008/09 (31. März) nach vorläufigen Angaben auf 249 Millionen Euro (Vorjahr: plus 142 Millionen Euro), davon 130 Millionen Euro (Vorjahr: plus 55 Millionen Euro) allein im letzten Quartal. Im Gesamtjahr sanken die Erlöse um 18 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro.

dpa/ku

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare