Gesundheitsmesse „Bleib fit“

Nerv des Publikums getroffen

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Notarzt und DRK-Helfer zeigen bei der Gesundheitsmesse, was alles getan werden muss, um eine zusammengebrochene Patientin transportfähig zu machen.

Offenbach - „Sie ist gestürzt und urplötzlich lag sie da“, sagt jemand, der es beobachtet hat. Mit schmerzverzerrtem Gesicht klagt die junge Frau – sie ist noch ansprechbar – über starke Kopfschmerzen. Wenig später trifft ein Einsatzfahrzeug des DRK vor den Messehallen ein. Von Harald H. Richter 

Notarzt Dr. Stefan Wenzel und die Rettungssanitäter Alexander Siskos und Sercan Arnitali eilen herbei und übernehmen die Versorgung.

Das Szenario ist Bestandteil des Programms, mit dem das Offenbacher Sana Klinikum während der Gesundheitsmesse „bleib fit!“ Samstag und Sonntag aufwartet. Eileen Tungur mimt die Zusammengebrochene, ihre Retter demonstrieren den Umstehenden alle notwendigen Behandlungsschritte bis zu dem Zeitpunkt, da die Patientin transportfähig ist und ins Klinikum gebracht werden kann. Überhaupt wird an beiden Tagen der Publikumsmesse viel gezeigt und getestet. 68 Aussteller, so viele wie noch nie, sind vertreten. Die Gesundheitsdienstleister präsentieren bei ihren Standaktivitäten einen Querschnitt dessen, was sich unter den Stichworten Prävention, Ernährung und Wellness zusammenfassen lässt. Ein vielseitiges Vortragsprogramm setzt weitere Akzente.

So war die Gesundheitsmesse 2014: Video

Mehrere tausend Besucher schauen sich auch diesmal in den Hallen um und nutzen an den Ständen die Gelegenheit, etwa den Blutdruck beziehungsweise den Blutzuckerspiegel messen zu lassen oder sich einer Fußdruckanalyse zu unterziehen. Bei einer Arm-Bein-Index-Messung mittels Ultraschallsonde am Fußgelenk lassen sich Durchblutungsstörungen feststellen, deren Ursache Gefäßverkalkung ist. Auch Gudrun und Manfred Konrad nehmen die kostenlosen Angebote gern in Anspruch. Die Eheleute können beruhigt sein. Ihnen wird am Stand des Ketteler-Krankenhauses bescheinigt, dass die Blutdruckwerte in Ordnung sind. Die Konrads sind aus keinem speziellen Grund gekommen, wollen sich ganz allgemein einen Überblick rund ums Thema Gesunderhaltung verschaffen. „Wir haben schon die bisherigen Messen besucht, auch diesmal gibt es wieder viel Interessantes zu erleben“, lobt die Rentnerin den attraktiven Mix aus Information und Unterhaltung. Auch die Offenbacherin Monika Brost hat sich einem Check unterzogen und muss feststellen, dass Handlungsbedarf besteht. „Ich habe nicht gewusst, dass mein Gehör beeinträchtigt ist“, sagt sie und sieht einem baldigen Termin beim Ohrenarzt entgegen.

Der in der Schweiz lebende Ronny Petzold, gerade auf Familienbesuch in Frankfurt, nutzt ebenfalls die Gelegenheit zu einem Messerundgang. Er fühlt sich von den Mitmach- und Bewegungsangeboten auf der Aktionsfläche angesprochen. Ob Zumba-Vorführung, Pilates, Rückentraining oder die chinesische Meditations- und Bewegungsform Qigong – alles kann unter Anleitung ausprobiert werden. Mit Kopfhörer und Brille versehen, tauchen Besucher bei einer wohltuenden Anwendung im Shiatsu-Massagesessel in Entspannungsdimensionen ganz anderer Art ein. Eine Kombination aus Licht, Ton und behaglicher Wärme sorgt für verändertes Körperempfinden und verhilft zu innerer Ruhe und Harmonie.

Bilder zur Gesundheitsmesse „Bleib fit“

Gesundheitsmesse „Bleib fit“

Beim Stichwort Ernährung schiebt sich in diesem Jahr der Trend zur vegetarischen Küche in den Vordergrund, zumal es in Deutschland inzwischen über sechs Millionen Menschen gibt, die auf fleischloses Essen schwören. Für Anja Nemec aus Offenbach Grund genug, Neugierigen ihre vegetarischen Lebensmittel zu empfehlen. Joachim Lauer macht die Probe aufs Exempel und ist überrascht, denn das gerade verspeiste Hackbällchen aus rein pflanzlichen Zutaten schmeckt ihm nicht schlechter als eine herkömmliche Minifrikadelle. „Das hätte ich nicht gedacht“, staunt er.

Neben solchen und weiteren Aha-Erlebnissen lässt sich das Publikum aber auch auf ernstere Themen ein. In Würde altern etwa oder darauf vorbereitet sein, wenn man selbst beziehungsweise ein naher Angehöriger nach einem Klinikaufenthalt auf absehbare Zeit die Hilfe Dritter benötigt. Claudia Schäfer, Pflegdienstleiterin im Rodgauer Gretel-Egner-Haus, weiß eine Lösung: „Kurzzeit- beziehungsweise Verhinderungspflege. Und sind die Voraussetzungen gegeben, übernimmt die Krankenkasse sogar die Kosten.“ Denn trotz allen Bemühens um eine vernünftige Lebensweise können Unfall oder Erkrankung urplötzlich den persönlichen Alltag einschneidend verändern. Und so liefert die Gesundheitsmesse den Menschen auch auf Fragen, was dann zu tun ist, Antworten.

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