Gewalt an Schulen ist kein Tabuthema mehr

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Der Förderverein Sicheres Offenbach finanziert den „Methodenkoffer“. Vorsitzender Wilhelm Uhl ist abhängig von den Spenden seiner 15 Mitglieder. 

Offenbach ‐ Noch vor fünf Jahren wollte kaum eine Offenbacher Schule zugeben, dass sie ein Problem mit Gewalt habe. Das hat sich mit dem Erfolg des „Methodenkoffers“ zur Gewaltprävention gründlich geändert. Von Thomas Kirstein

„Viele Lehrer meinten, sie hätten schon mal was davon gehört - aber doch nicht in Offenbach“, erinnert sich Wilhelm Uhl. Eltern dagegen klagten, dass ihre Kinder morgens nur mit Angst in die Schule gingen.

Der frühere Amtsgerichtspräsident Uhl ist Vorsitzender des Fördervereins Sicheres Offenbach. Dieser darf sich rühmen, ideell und finanziell den Anstoß zu einem breiten Umdenken an Bildungsanstalten gegeben zu haben. Seit 2005 sorgen „Offenbacher Rahmenkonzept & Methodenkoffer“ für schulübergreifende Gewaltprävention.

Michel Koch hat den „Methodenkoffer“ entwickelt. Das Konzept scheint anzukommen.

Dr. Michael Koch vom Jugendamt ist der Vater des inzwischen weit über die Grenzen Offenbachs hinaus beachteten Projekts. Angeregt vom Förderverein haben er und seine Mitarbeiter ein beispielloses Konzept entwickelt, das Schulen hilft, auf ihre Schüler abgestimmt, ganz praktisch Gewalt vorzubeugen und zu begegnen - sowohl Aggressionen innerhalb der Schule als auch Bedrohungen, die von externen Jugendlichen auf der Straße und an den Bushaltestellen ausgehen.
Das Blatt des Interesses hat sich gewendet. Aus drei am „Methodenkoffer“ interessierten Schulen sind 2010 zwölf geworden.

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