In gewollter Schieflage

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Derzeit sind die Pflasterarbeiten auf dem Wilhelmsplatz in vollem Gange. Insgesamt werden 4.300 Quadratmeter mit Steinen belegt.

Offenbach‐Kipplader türmen Pflaster zu steinernen Hügeln, Arbeiter planieren den Untergrund und Bagger heben schmale Schächte aus. Auf der Baustelle am Wilhelmsplatz herrscht geschäftiges Treiben. Von Denis Düttmann

Im nördlichen Abschnitt des Platzes sind die Kanalbauarbeiten nun weitgehend abgeschlossen und die Unterflurverteiler für die Strom- und Wasserversorgung der Marktbeschicker eingebaut. Derzeit verlegen die Bauarbeiter das Pflaster – insgesamt etwa 420.000 Steine. Karrees aus rot-braunem Naturstein sollen später bei der Aufstellung der Stände der Orientierung dienen, Streifen aus schwarzem Basalt markieren hingegen die Laufwege der Kunden.

Teilweise können wir die alten Pflastersteine wiederverwenden“, sagt Michael Becker, Projektleiter im Stadtplanungsamt. Rund 500 Quadratmeter werden mit dem vorhandenen Material gepflastert. Im Zuge des Umbaus begradigen die Arbeiter zudem den bislang recht unebenen Platz. Dafür wird der Boden in der Mitte angehoben, so dass ein Gefälle von 2,5 Prozent Richtung Westen und 3,5 Prozent Richtung Osten entsteht. „Regenwasser kann dann zu beiden Seiten abfließen und es bilden sich keine Pfützen“, erklärt Becker. Das Rondell im Zentrum des Platzes ist bereits gepflastert, hier könnte später einmal ein Brunnen installiert werden. Bisher sind zwar noch keine Wasserspiele auf dem Wilhelmsplatz geplant, doch die Bauarbeiter haben vorsorglich schon einmal so genannte Leerrohre verlegt. Durch sie könnten später Wasser- und Stromleitungen gezogen werden ohne die Pflasterung erneut aufzureißen.

Baustelle ist logistische Herausforderung

Bagger und Lastwagen rangieren auf dem Wilhelmsplatz auf engstem Raum, auch die Fahrt durch die umliegenden Straßen ist oft Millimeterarbeit. „Diese Baustelle ist eine logistische Herausforderung“, sagt der Bereichsleiter für Verkehrsplanung und Stadtgestaltung im Rathaus, Hans-Joachim Bier-Kruse. „Insgesamt werden hier knapp 8.000 Kubikmeter Aushub und Füllmaterial bewegt – das entspricht etwa 500 Sattelzügen.“ Der erste Bauabschnitt soll Mitte nächsten Monats fertig gestellt werden, am 20. November könnten die Marktbeschicker dann erstmals ihre Stände auf dem neuen Areal aufbauen. Geht alles nach Plan, ist der Umbau des gesamten Wilhelmsplatzes Ende Februar kommenden Jahres abgeschlossen. Während die Meinung der Beschicker über die Baumaßnahme zwiespältig ausfällt, beurteilen die umliegenden Gastronomen die Beeinträchtigungen als geringer als befürchtet. Vor allem das Markthaus profitiert: Die Gaststätte an der Bieberer Straße bekommt eine neue Terrasse und kann sich vergrößern. Weil Toilettentrakt und Marktmeister-Büro verkleinert werden, gewinnt das Lokal Raum für zwölf zusätzliche Plätze.

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