Offenbacher Entenrennen: Gewonnen oder Gutes getan (mit Gewinnerliste)

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Viele Besucher waren gekommen, um sich das Entenrennen aunzusehen.

Offenbach - (ack) Blauer Himmel und ein munter machender Ostwind: Kein Wunder, dass beim dritten Entenrennen des Offenbacher Lions Club „Lederstadt“ die 10 000 Plastikviecher sich auf dem Main Schnabel an Schnabel mächtig ins Zeug legten.

-> Hier können Sie die komplette Gewinnerliste einsehen .

Zu Turbo-Drang verpflichtete nicht nur das Ferrari-Rot, sondern auch der gute Zweck dieser ungewöhnlichen Regatta. Kommt doch der Erlös der Offenbacher Kinderklinik zu Gute, die ein Endoskop anschaffen wird, das auch bei Säuglingen den notwendigen Blick ins Innere der Organe gestattet.

Neben dem Rennen gab es auch leckere Köstlichkeiten am Buffett und kleine Verkaufsstände.

„Seid ihr bereit?“ Zu konzentriert war die Enten-Armada, nach dem rennfreien Jahr 2008 absolut heiß auf den neuerlichen Wettkampf, um Oberbürgermeister Horst Schneider ein „Ja“ zu quaken, nach dessen Startschuss sich eine breites Favoritenfeld mit erstaunlichem Tempo gen Carl-Ulrich-Brücke in Bewegung setzte, um schließlich am Ziel kanalisiert und unter der gestrengen Aufsicht des Notars Norbert Winter von Ossi Scherf (Sportgemeinschaft Wiking) aus dem Main gefischt zu werden. Sehr zur Erleichterung der kritischen, aber mit dem Rennverlauf ausgesprochen zufriedenen Lions-Renn-Kommissare Reiner Hof und Herbert Benesch.

Die kleinen Plastikenten wurden von den Besitzern eifrig angefeuert.

Dass ausgerechnet die Rennente Nummer 5550 den Sieg davon trug, lässt Fortuna als gar nicht so launisch erscheinen, wie sie gern besungen wird. Denn Johannes Nauheimer ist der glückliche Gewinner einer einwöchigen Fernreise für zwei Personen nach Kenia in einem Sentido-4-Sterne-Plus Strandhotel einschließlich Vollpension und Flug. Und der stammt vom Technischen Hilfswerk Offenbach, das mit Frankfurter Kollegen von jeher für einen reibungslosen Ablauf des Enten-Wettschwimmens sorgt. Wie übrigens auch die Freiwillige Feuerwehr Rumpenheim, die SK Wiking, die uneigennützig für Strom und Wasser auf dem Enten-Festplatz sorgende Firma Erko des Klaus Kohlweyer sowie Sportboot Hambach. Erst seit ein paar Wochen ist der Mechatroniker (fit in Mechanik und Elektronik bei Nutzfahrzeugen) Nauheimer beim THW Offenbach engagiert.

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(Hier ist auch die komplette Gewinner-Liste zu finden.)

Der zweite Preis, ein viertägiger Traumurlaub für zwei Personen im Sheraton-5-Sterne-Golfhotel Son Vida auf Mallorca mit Vollpension, Galadinner und Flug ging an die Entennummer 9979, der dritte, ein Verwöhn-Wochenende in einem Lindner Ressort, an Nummer 9971. Insgesamt gab es beim Entenrenntag 100 Preise im Wert von 16000 Euro und alle gestiftet.

Wer nicht unter den Gewinnern ist, hat zumindest Gutes getan. Und vielleicht ein Menschenleben gerettet. 12 000 Kinder versorgt die Offenbacher Klinik im Jahr, wie ihr Leiter, Professor Nader Gordjani, berichtete, der in dieser „Lions-Aktivity“ einen Akt der Nächstenliebe sieht - „über alle religiösen Grenzen hinweg“.

Das große Engagement der 39 Mitglieder - gemäß der Lions-Maxime „We serve“ (wir dienen) - lobte auch Lions-Lederstadt-Präsident Winfried Männche. Während „Lions-Entenchef“ Dr. Kurt Hunsänger ein wenig aus dem Nähkästchen plauderte. Über den Wochenmarkt als idealer „Verkaufsstation“ der Enten-Startscheine. Über die vielen Firmen, die Entenlose für ihre Mitarbeiter erworben hätten. Und über ein Team, das es immerhin in fünf Monaten schaffte, das aufwändige Rennen zu realisieren.

Allerhand los also auch bei der zünftigen Duck-Party auf dem Main-Vorplatz: Mit dem wie immer kurzweilig moderierenden Charly Engert und dem Show-Quintett „Blind Foundation“, in dem drei blinde Musiker hervorragend spielen und das die Titel der Beatles ebenso verinnerlicht hat, wie es so manchen Evergreen in ungewohnter Verpackung anbietet.

Beim Malwettbewerb der Kinderklinik zeigten 53 Kinder - zwischen 20 Monate und 13 Jahre jung - ein so erstaunliches Können, dass die Jury um Erzieherin Jutta Bach und die Leos - Jugendorganisation der Offenbacher Lions Clubs - wahrlich die Qual der Wahl hatte. Die ersten drei der 15 Preise heimsten Charlotte (6), Joanna Würslin (9) und Merle Frey (10) ein. Schließlich war auch für Speis und Trank wieder bestens vorgesorgt. Allen voran die Lions-Damen unter der Regie von Waltraud Benesch und Entenrennen-Sponsor Jürgen Geisler vom Offenbacher Pressestübchen mit leckerem selbst gebackenen Kuchen.

Viel Betrieb am Henninger-Bierwagen und der Grillstation der OKM (Offenbacher Klinik-Management), deren Erlös ebenfalls dem guten Zweck dient. Auch am Cola-, Wein- und Sekt-Stand, beim Lavazza-Café und dem „Restaurant Ratatouille“ von Küchenchef Alfons Lorenz von Kiekebusch, der unter dem Motto „Kochen mit Respekt und Toleranz“ Hauptschüler an den Herd bringt.

Derlei Engagement macht dem Lions Club „Lederstadt“ Mut zu weiteren Unternehmen. Doch zunächst einmal werden die Renn-Enten wieder ein längeres Trainingslager absolvieren …

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