Es gibt genug Freiwillige

Offenbach - Kranken Kindern vorlesen, geistig Behinderte bei der Partnersuche unterstützen, Flyer für Kulturveranstaltungen verteilen oder mit Bewohnern eines Pflegeheims spazieren gehen: Die Möglichkeiten, sich in Offenbach ehrenamtlich zu betätigen, sind vielfältig. Von Alexander Kroh

Diese Vielfalt bündelt eine landesweite „Ehrenamtssuchmaschine“, die kürzlich für die Stadt Offenbach freigeschaltet wurde. Auf der einen Seite informiert die Suchmaschine Interessierte über ehrenamtlicheAngebote. Auf der anderen Seite haben Vereine und Einrichtungen die Möglichkeit, sich zu präsentieren und selbst Stellengesuche zu erstellen.

Reinhard Knecht vom städtischen Referat Ehrenamt ist von dem neuen Instrument überzeugt: „Die Erfahrungen haben gezeigt: Vereine und Einrichtungen müssen Ehrenamtliche selbst aktiv suchen. Es gibt genug Menschen, die bereit sind, ehrenamtlich tätig zu werden.“ In Offenbach seien es etwa 20 000 Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Um Einrichtungen und Interessierte zusammenzubringen, fordert Knecht ein Umdenken: „Wir brauchen flexiblere Angebote. Die Einrichtungen müssen ihre Arbeitsgebiete immer wieder neu durchleuchten und gegebenenfalls umstrukturieren.“

Die Ehrenamtssuchmaschine ist mittlerweile in 19 Landkreisen sowie in den kreisfreien Städten Offenbach, Frankfurt und Darmstadt nutzbar. Ein derartig flächendeckendes Instrument gebe es bislang nur in Hessen, in anderen Bundesländern existiere laut Knecht nichts Vergleichbares. Die Idee einer Suchmaschine fürs Ehrenamt ist so neu nicht, ursprünglich stammte sie von Walter Dressbach, dem Leiter der Ehrenamtsagentur für den Main-Kinzig-Kreis. Dort arbeitet sie bereits seit Sommer 2008 erfolgreich.

Reinhard Knecht und das Freiwilligen-Zentrum Offenbach haben sich mit finanzieller Unterstützung des Landes dafür stark gemacht, dass die Nutzung der Ehrenamtssuchmaschine im Stadtgebiet ermöglicht wird. Knecht hat eigenhändig 232 Einträge in der Datenbank zusammengetragen, um die Suchmaschine mit Leben zu füllen. Darin enthalten sind die Eckdaten all jener Vereine und Einrichtungen, die dem Ehrenamtsreferat vorliegen. Knecht: „Wenn wir die Suchmaschine freischalten, muss schließlich etwas darin zu finden sein.“

Die Einrichtungen können im nächsten Schritt bequem vom heimischen Rechner aus ihre Daten überprüfen und aktualisieren. Die Suchmaschine dient aber nicht nur als Informationsquelle und Stellenbörse. Das Instrument hält außerdem einen Veranstaltungskalender bereit. Mit Hilfe einer Spendenbörse ist es weiterhin möglich, Spendenaufrufe zu starten.

Die Erfahrungen aus dem Main-Kinzig-Kreis haben gezeigt: Die Suchmaschine verhilft dem Ehrenamt zu einer höheren Priorität. Genau das wünscht sich Reinhard Knecht für Offenbach. Die in der Suchmaschine aufgeführten Institutionen seien ab sofort dazu aufgerufen, ihre Daten zu aktualisieren und regelmäßig zu überprüfen. Auch wenn sich eine Einrichtung neu gründet oder noch nicht aufgeführt sei, habe sie die Möglichkeit, sich an das Ehrenamtsreferat zu wenden. „Dadurch bleiben die Einrichtungen immer auf dem neusten Stand“, freut sich der Referatsleiter.

Nach einer ersten Anlaufphase soll es regelmäßig Rundmails geben, um die Aktualität der eingegebenen Daten zu gewährleisten.

Den Offenbacher Pfad erreicht man über die Internetadresse www.offenbach.de/ehrenamt/. Auskünfte und Informationen gibt es via Email an: ehrenamt@offenbach.de

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