Gibt es nach Kita-Streik was zurück?

Offenbach - (mcr) Eltern, die während des Erzieherinnenstreiks in den Offenbacher Kindertagesstätten eine alternative Betreuung für ihren Nachwuchs organisieren mussten, dürfen auf eine anteilige Rückerstattung ihrer Kita-Gebühren hoffen.

Bürgermeisterin Birgit Simon, Sozial- und Jugenddezernentin, hat sich gestern Abend mit dem Stadtelternbeirat getroffen, um über einen fairen Ausgleich für nicht erbrachte Betreuungsleistungen zu sprechen. Ein Ergebnis ist noch nicht bekannt.

Bisher hätten nur wenige Eltern ihren Anspruch schriftlich formuliert, sagte Simon auf dem Weg zur Runde mit den Elternvertretern. Ob es überhaupt einen rechtlichen Anspruch gibt oder ein Streik gewissermaßen als „höhere Gewalt“ gewertet werden kann, sei unklar. Diese Unsicherheit werde in den nächsten Tagen Klarheit weichen; Hermann Dorenburg, Chef des städtischen Eigenbetriebs Kindertagesstätten, recherchiere momentan.

So oder so gab Simon „Offenheit und prinzipielles Verständnis“ zu Protokoll. „Eltern hatten ja, wenn sie die Notbetreuung nicht an Anspruch nahmen, Zusatzausgaben für eine alternative Betreuung.“ Im Falle einer Rückvergütung „gucken wir, wer welchen Aufwand hatte.“

Definitiv weniger finanziellen Aufwand hatte die Stadt selbst. Die Ersparnis an Personalkosten dürfte in den acht bis zehn Streiktagen an den meisten der 21 städtischen Kitas eine relativ hohe Summe ergeben. Die Stadt Rodgau beispielsweise, die am Montagabend eine Rückerstattung beschloss, sparte rund 60 000 Euro, weil streikende Erzieherinnen nicht von der Stadt, sondern aus der Streikkasse der Gewerkschaft bezahlt werden.

Sowieso unstrittig sei, sagte Simon, dass das Mittagessen für die Kinder weder in Anspruch genommen noch bestellt werden musste. Kosten also, die die Stadt nicht einbehalte. Da stelle sich nur noch die Frage, wie der Ausgleich ohne große bürokratischen Mühen zu leisten sei.

Rubriklistenbild: © AP

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