Gipfeltreffen der Literaten

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Helma Fischer von der Steinmetz‘schen Buchhandlung freut sich auf interessante Gespräche mit Verlegern und Autoren auf der Buchmesse. Ihr Lieblingsbuch der Saison hat die Buchhändlerin bereits gefunden: „Brodecks Bericht“ des französischen Schriftstellers Philippe Claudel.

Offenbach - Morgen beginnt die Frankfurter Buchmesse. Verlagsmanager, Literaturagenten und Autoren aus der ganzen Welt treffen sich bis Sonntag in den Messehallen, tauschen sich über neueste Entwicklungen aus und knüpfen Kontakte. Mit dabei sind auch Vertreter der Offenbacher Buchhandlungen. Von Denis Düttmann

Die Buchmesse hat für uns eine große Bedeutung“, sagt Helma Fischer von der Steinmetz‘schen Buchhandlung. „Durch die Vorstellung der neuen Titel in der Presse und die Messe selbst wird das Interesse an Literatur geweckt.“ Den Großteil der Einkäufe für die nächste Saison hat Fischer zwar bereits im Vorfeld getätigt. Dennoch besucht sie auch selbst die Messe. „Das ist eine gute Möglichkeit, sich mit Kollegen auszutauschen und sich über Trends in der Branche zu informieren“, erklärt Fischer. „Außerdem kann ich dort mal mit den Vertretern kleinerer Verlage ins Gespräch kommen, die man sonst nur selten trifft.

Das Gastland China – auch wenn im Vorfeld durchaus umstritten – hält Fischer für eine gute Wahl. „Chinesische Literatur ist hier in Europa noch immer ein Exot – die Nominierung als Gastland kann jetzt das Interesse der Leser wecken und bietet die Chance, spannende neue Autoren kennen zu lernen.“ Ab Montag soll ein im chinesischen Stil dekoriertes Schaufenster die Aufmerksamkeit der Leser auf das Reich der Mitte lenken. Der Lesetipp von Helma Fischer für die nächste Saison stammt jedoch nicht aus China, sondern aus dem Nachbarland Frankreich: „Brodecks Bericht“ von Philippe Claudel. „Eine exzellente Parabel über die Unfreiheit der Menschen“, so die Buchhändlerin.

Bei Buchmesse Überblick verschaffen

Auch Volker Behrens glaubt an die belebende Wirkung der Buchmesse auf das Literaturgeschäft. „Die Messe ist eine tolle Werbung für den Buchhandel“, sagt der Inhaber des Buchladens am Markt. „Erfahrungsgemäß steigen die Umsätze in den Wochen danach enorm.“ Den Großteil des Sortiments hat er bereits bei den Verlagsvertretern bestellt, auf der Buchmesse will er sich zusätzlich einen Überblick über einzelne Fachbereiche verschaffen. Behrens hat für das diesjährige Gastland sogar zwei Schaufenster freigeräumt. In dem einen stellt er moderne Belletristik chinesischer Autoren aus, in dem anderen zeigt er Bilder der Jugendkunstschule zum Thema China. Das Buch der Saison stammt für Behrens hingegen von einem Autor aus der Region. „Die Ängstlichen“ des Hanauers Peter Hennig beschreibt die tragische Geschichte einer Familie und sei ein „literarisches Meisterstück“.

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