Umzug von Offenbach nach Zwickau

GKN verlagert Teil der Montage

Offenbach - Der Gelenkwellenhersteller GKN Driveline Deutschland verlagert ab Juli die Seitenwellenmontage von Offenbach nach Mosel, einen Stadtteil von Zwickau. Betroffen sind nach Angaben der IG Metall Offenbach 147 Arbeitsplätze. Von Marc Kuhn

Seitenwellen sorgen im Auto für die Kraftübertragung vom Motor auf die Räder. Die Verlagerung soll im zweiten Quartal des nächsten Jahres abgeschlossen sein. „Der Arbeitgeber begründet diese Maßnahme mit Platzproblemen“, teilt die Gewerkschaft mit. Der Standort sei an seine Grenzen gekommen, sagt denn auch der Geschäftsführer des Automobilzulieferers, Christof Zimmermann, gegenüber unserer Zeitung. In Zwickau sei der Platz vorhanden, der für die notwendige Umsatzsteigerung erforderlich sei, so Zimmermann. Nach seinen Angaben will GKN Driveline bis 2017 mindestens 20 Millionen Euro in Offenbach investieren. Das Unternehmen habe eine Produktgarantie gegeben. Der Geschäftsführer und der Betriebsratsvorsitzende Markus Philippi versichern, dass es bei der Verlagerung nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird. Von der Maßnahme seien Leiharbeiter betroffen. „Ich möchte das nicht beschönigen“, erläutert Philippi. „Leiharbeiter sind uns wichtig.“ Allerdings habe die Arbeitnehmervertretung bei dieser Entscheidung kaum Einflussmöglichkeiten.

Mit der Verlagerung der Seitenwellenmontage will GKN Driveline nach den Worten des Geschäftsführers in Offenbach unter anderem Platz für die Produktion von Längswellen schaffen. Sie übertragen die Kraft des Motors von der Vorder- auf die Hinterachse. Diese Fahrzeugkomponente werde wichtiger, weil immer mehr Autos einen Allradantrieb hätten, sagte Zimmermann. Wenn die Längswelle in Offenbach etabliert werde und die Nachfrage steige, würden Jobs geschaffen.

Studie: Diese Jobs bringen weniger als Hartz IV

„Unsere Forderungen waren konkrete Investitionen sowie Produktzusagen für den Standort, um die Arbeitsplätze zukünftig zu sichern,“sagt Marita Weber, erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach. „Ebenfalls wollten wir den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen. Dies konnte der Betriebsrat nun erreichen.“

Philippi fügte hinzu: „Wir konnten eine Produktgarantie für mehrere Jahre vereinbaren, die bis ins Jahr 2024 hineinreichend ist. Dies bedeutet einen dauerhaften Beschäftigungsaufbau.“ GKN Driveline beschäftigt zurzeit 1 900 Arbeitnehmer im Werk an der Mühlheimer Straße und in Waldhof.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

Kommentare