Ein gläsernes Bistro für den Ostendplatz

+
Noch ist viel Phantasie nötig, um sich an der Ecke Seligenstädter Straße /Obermühlstraße statt der Asphaltbrocken ein Bistro mit gläsernem Halbrund vorzustellen.

Bieber - Jedes größere Projekt in Bieber stellt seine Akteure vor zwei echte Herausforderungen. Die übliche: Pläne machen, Kosten berechnen, Genehmigungen einholen, Überzeugungsarbeit leisten. Und die Bieberer Spezialdisziplin: Buschtrommel im Zaum halten. Von Marcus Reinsch

Einigen wohlbekannten Herren ist offensichtlich gerade beides gelungen. Sie haben in Thomas Burkart - ortsansässiger Eiergroß- und Geflügelhändler und auch in Immobiliengeschäften nicht unerfahren - einen Investor gefunden, der am mittlerweile fast zu Ende umgestalteten Ostendplatz ein Kiosk mit Bistro bauen will. Und sie haben es geschafft, dass sich die Kunde von der Sache im Ort noch nicht verselbständigt und Blüten getrieben hat.

Das hätten Heinz-Josef Lorz, Chef der Interessengemeinschaft Bieberer Ortsvereine (IGBOV), sein Stellvertreter Georg Wagner, Hans Winter, Vorsitzender des Bieberer Heimatvereins, und dessen Vize Georg Zahn auch nicht gut gefunden. An der Ecke Seligenstädter Straße /Obermühlstraße gehe es immerhin um viel, sagen sie.

Nach viel sieht es auf den Plänen, die Thomas Burkart (Lorz: „Wir sind stolz, dass wir Bieberer gefunden haben“) auf den Tisch legt, auch aus. Geplant ist keineswegs ein schlichter Ersatzbau für das Kiosk mit Kleinst-Kneipe, das zu Beginn der Umgestaltung weggerissen worden ist. Gewollt ist ein dreiteiliger, gleichwohl als Einheit daherkommender Komplex. An ein begehbares, knapp 22 Quadratmeter großes Kiosk mit Lotto-Annahmestelle, Verkaufsluke und zur Seligenstädter Straße öffnenden Automatiktür soll sich ein Bistro mit Küche und Theke anschließen. Clou: Zum Ostendplatz hin öffnet sich der etwa 60 Quadratmeter große Gastraum als komplett verglastes Halbrund.

Pächter muss nochz gesucht werden

Draußen, im Schatten großer Bäume, bleibt Platz für eine Außenbewirtschaftung, die das Bistro nah an den Status eines vollwertigen Restaurants rücken könnte. Und drinnen, im großen Winkel zwischen Kiosk und Bistro, sollen neben Lagerräumen und Bistrotoiletten auch öffentliche, teils behindertengerechte Toiletten untergebracht werden. Letztere soll nach Burkarts Überzeugung die Stadt betreiben, also auch putzen. Den Schlüssel könnten sich Menschen mit mehr oder weniger dringendem Bedürfnis in Kiosk oder Bistro holen.

„Wir haben die Größe so gehalten, dass es als Familienbetrieb gehandhabt werden kann“, sagt Burkart. Es werde allerdings keinesfalls seine Familie sein. Ein Pächter müsse noch gesucht werden, im Idealfall einer, der Kiosk und Bistro übernimmt.

Aber dafür sei es jetzt noch zu früh. Denn das Gelände gehört der Stadt, und damit Burkart das Gelände in Erbpacht übernehmen kann, ist die Zustimmung des Stadtparlaments nötig. Gibt die Politik grünes Licht, kann der Bauantrag eingereicht werden. Und dann werde es wohl Spätsommer, bis der Startschuss für den Bau fällt. Im Idealfall sollen im August die Besucher der Bieberer Kerb auf dem Ostendplatz schon etwas zum Gucken haben.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare