Glanz auch fürs Umfeld

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Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Gastronomiebetrieb, der den aufgemöbelten Biergarten am Bahnhof mit Leben füllt...

Offenbach (fel) - Die Zeiten, zu denen Offenbachs Hauptbahnhof noch Mittelpunkt für viele Pendler, Reisende und Passanten war, liegen weit zurück. Heute wirkt das um 1920 eröffnete Bahnhofsgebäude fast ausgestorben.

Wo einst Läden und Gastronomiebetriebe lockten, präsentieren sich nun überwiegend trübe und abgeklebte Schaufenster. Spätestens seit der Schließung des Fahrkartenschalters dient das Gemäuer für einen Großteil der Reisenden nur noch als Durchgang. Für die Bahn Grund genug, Investitionen rund um das Gebäude auf das Nötigste zu reduzieren. Das unter Denkmalschutz gestellte Gebäude ist, bedingt durch die Zeichen der Zeit, schon lange kein Blickfang mehr.

Daran will die Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH) seit Mai etwas ändern. Im Zuge des Projektes „Besser leben in Offenbach“ arbeiten SOH-Projektleiterin Sabine Süßmann und ihr Team daran, das Bahnhofsgebäude wieder mit Leben zu füllen.

So wurden nun Teile des Außenbereichs aufgewertet: Seit gut einer Woche erstrahlt der ehemalige Biergarten entlang der Bismarckstraße in neuem Glanz. Ein Glanz, der sich auch auf das Umfeld auswirkt: auf das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude selbst und das angrenzende Senefelder Quartier. Bis vor wenigen Tagen noch hatte die frühere Gastronomiefläche dagegen durch überwucherndes Grün, heruntergekommene Sandsteinelemente und morsche Zäune auf sich aufmerksam gemacht.

Wunsch nach Aufwertung

Zunächst entfernte die SOH rund um den Biergarten und entlang des Bahnhofgebäudes alte und nicht genehmigte Plakatierungen. Anschließend arbeiteten ESO-Mitarbeiter daran, Hecken und zwei wild wachsende Götterbäume zu beseitigen, welche die alten Mauern einzudrücken drohten. Anschließend wurden die Sandsteinsäulen durch die Steinwerkstatt Schneider saniert und der Sandstein gründlich gereinigt. In einem letzten Schritt erneuerte die GBM Gebäudemanagement GmbH die alten Zaun- und Pagodenelemente. Als Vorlage für die Aufwertung, die im Voraus mit Helmut Reinhard vom Städtischem Denkmalschutz abgestimmt worden war, dienten alte Fotos des Biergartens.

Lange vorher, im Frühjahr, war in einem ersten Schritt der Innenbereich des Bahnhofs aufgemöbelt worden. So wurden die Räume der ehemaligen Bäckerei angemietet, um diese als zentralen Anlaufpunkt für den mittlerweile beendeten Architektursommer zu nutzen. Organisiert durch SOH, Stadtverwaltung und Loimi Brautmann zogen dort regelmäßig Ausstellungen und Vorführungen Besucher an. Bis Ende des Jahres organisiert das Team von Sabine Süßmann darüber hinaus donnerstags in der Zeit von 16 bis 18 Uhr Sprechstunden für Anwohner und Interessierte.

Regelmäßige Beschwerden von Passanten und Anwohnern bei der Stadt und den Stadtwerken machten in der Vergangenheit deutlich, dass der Wunsch einer Aufwertung durchaus bestand. Für Projektleiterin Sabine Süßmann stand damit fest, dass eine Lösung gefunden werden musste. Unterstützung fand Süßmann durch den ESO, die GBM Gebäudemanagement GmbH und die Steinwerkstatt Stefan Schneider.

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