Glaubensfrage respektieren

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Für den Magistrat Ort „wichtiger Integrationsarbeit“: Die Marienschule des Bistums Mainz.

Offenbach ‐ Die Stadt sieht sich weder in der Pflicht noch im Recht, angesichts der Ablehnung muslimischer Mädchen durch die vom katholischen Bistum Mainz betriebene Marienschule ihre Zuschusspolitik für Ersatzschulen in Frage zu stellen. Von Marcus Reinsch

Offenbachs Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß erklärte auf Anfrage der Linken-Fraktion, dass „nach Auffassung des Magistrats die Aufnahmekriterien der Marienschule zu respektieren sind, da das religiöse Bekenntnis das Gepräge der Schule bestimmt“. Auf Grundlage der christlich geprägten Weltanschauung als Basis ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags „werden dort auch viele Schülerinnen mit Migrationshintergrund beschult. Wichtige Integrationsarbeit wird dabei geleistet.“ Auch bemühe sich die Schule „in Unterrichtsinhalten und Projektwochen um den Dialog der Religionen“.

Im Übrigen habe die Marienschule mit der klaren Absage an eine junge Offenbacher Türkin nach Magistratsmeinung keineswegs gegen geltendes Recht verstoßen. Das Hessische Schulgesetz verbiete ein Nein nur, wenn es mit einem zu niedrigen Einkommen der Eltern begründet werde, nicht aber mit deren nicht genehmer Konfessionszugehörigkeit.

Nach dem Ersatzschulfinanzierungsgesetz stehen der privaten Marienschule pro Schülerin 75 Prozent der Personalkosten als Zuschuss zu, die das Land je Schüler einer öffentlichen Schule aufwenden muss. Im vergangenen Jahr zahlte die Stadt Offenbach der Marienschule für ihre 422 Schülerinnen 141 783 Euro Zuschuss. Hinzu kamen 8 280 Euro, die die Stadt der Schule jährlich freiwillig gewährt.

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