GOAB-Insolvenzverfahren läuft wie geplant

In einem ruhigen Fahrwasser

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Offenbach - Die Einzelteile der insolventen Gemeinnützigen Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungs-GmbH (GOAB) haben bereits oder suchen noch neue Träger.

Es sei alles in einem ruhigen Fahrwasser, sagte gestern Insolvenzverwalterin Petra Heidenfelder von der Kanzlei Schneider, Geiwitz & Partner. Nach ihren Angaben steht ein Sozialplan; in einer Auffanggesellschaft werden jene 35 der zuletzt 205 Mitarbeiter betreut, die bislang nicht untergekommen sind. 50 Leute sind beim Wohnservice-Team beschäftigt, das der frühere GOAB-Geschäftsführer Jürgen Schomburg mit einer Kollegin privatrechtlich führt. Für die Ausbildungswerkstatt und die Abteilung Garten- und Landschaftsbau ist Anwältin Heidenfelder mit Interessenten in Gesprächen. Bis zum Sommer möchte sie das Projekt um die kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehenden Stadt-Firma abgewickelt haben.

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Fleißige Alltagshelfer

Perspektive fürs Recycling

Ein GOAB-Kernstück hat sich seit 1. Dezember bereits unter neuer Regie etabliert. Für 100 000 Euro kaufte der Stadt-Dienstleister ESO das Recyclingzentrum. Damit wurden über 30 Arbeitsplätze – allerdings keine Verwaltungsstellen – gesichert. Die Zukunft für die Wiederverwertung entwickele sich positiv, berichtet Petra Heidenfelder und dankt „...allen Beteiligten für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, allen voran ESO-Geschäftsführer Markus Patsch, dem GOAB-Betriebsrat sowie dem GOAB-Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Felix Schwenke“. Mit der Übernahme erweitert der ESO die Dienstleistungspalette ums Elektro-Altgeräte-Recycling. „Wir sehen ein enormes Potential und sind zuversichtlich, dass wir das Geschäft sehr kurzfristig auf Kurs bringen können“, erklärt ESO-Chef Patsch. Als regionaler Marktführer in der Entsorgung verfüge sein Betrieb über Infrastruktur, Synergiepotentiale und Know-how.

Eine Insolvenz muss nicht das Aus bedeuten

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Die Optimierung von Betriebsabläufen und die Nutzung neuer Synergien sollen die Produktivität erhöhen und ein positives Ergebnis erwirtschaften. Neben zwei Standorten in Offenbach übernimmt der ESO eine Außenstelle in Dietzenbach. An drei Standorten werden etwa Kühlschränke oder Staubsauger demontiert. Rund 10.000 Tonnen Elektroaltgeräte kommunaler und privater Herkunft werden dort zu weiter zu verarbeitenden Rohstoffen wie Aluminium und Kupfer. Deren Verkauf finanziert dann das Recyclingzentrum. 

tk

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