Antrag beim Amtsgericht eingereicht

GOAB vor der Insolvenz

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Symbolbild

Offenbach - Noch eine Pleite in Offenbach: Nach dem Zwangsverkauf des Klinikums und der Zahlungsunfähigkeit der Kickers-Profi-Firma soll die Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungs-GmbH (GOAB) in die Insolvenz gehen.

Gestern stellten die Geschäftsführer Jürgen Schomburg und Christoph Nufer beim Amtsgericht den Antrag. Der zuständige Dezernent Dr. Felix Schwenke sprach von „einer neuen Chance für die GOAB“. Mit dieser Entwicklung ist die Hoffnung gescheitert, das städtische Unternehmen zwar in abgespeckter Form, aber ohne förmliche Insolvenz zu erhalten. Die Voraussetzungen eines von der Geschäftsleitung vorgelegten Rettungskonzepts waren nicht zu erfüllen. Weder stimmten alle Stammmitarbeiter einem 20-prozentigen Gehaltsverzicht zu, noch waren ausreichend Beschäftigte des defizitären GOAB-Recyclingzentrums bereit, ihre Arbeitsverhältnisse aufzulösen, was einen Verkauf der Abteilung ermöglicht hätte.

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Die GOAB, die einen Jahresumsatz von zehn Millionen Euro macht, geriet ab 2010 in finanzielle Schieflage, als bundesweit staatliche Gelder für Eingliederunghilfen drastisch gekappt wurden. Gleichzeitig sanken die Erlöse für wiederverwertete Rohstoffe. Jahresverluste von je 800 000 Euro fraßen die Rücklagen auf. Noch hat die GOAB keine Schulden, aber spätestens Anfang 2014 ist das Geld alle. Die Stadt hätte für ihre Tochtergesellschaft einspringen sollen, darf als Kommune unter dem Landes-Schutzschirm jedoch nicht für weitere Millionen bürgen. Neben den externen Einflüssen gelten diverse interne Fehlentwicklungen als Ursachen für die Pleite. Die GOAB hat 80 Stammmitarbeiter, 60 Auszubildende, 70 geringfügig und 100 geförderte Beschäftigte.

tk

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