Interesse ist da, einsteigen will aber keiner

Offenbach - Petra Heidenfelder, Insolvenzverwalterin der Gemeinnützigen Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungs-GmbH, setzt auf noch zu findende Investoren.

Gesucht sind welche für den Garten- und Landschaftsbau, die Ausbildungswerkstatt mit den Sparten Metall und Zweirad sowie die Schwerbehindertenvermittlung. Die Anwältin appelliert an alle interessierten Träger in der Region, sich bei ihr zu melden. Vor Weihnachten hatte sie öffentliche Auftraggeber wie die Bundesagentur für Arbeit und die Mainarbeit mit der Industrie- und Handelskammer und Trägern aus der Region an einen Tisch geholt. Interesse an der Fortführung der Ausbildungswerkstatt bestehe. Aber, so Heidenfelder: „Es fehlt jedoch an den finanziellen Mitteln und der entscheidenden Bereitschaft hier einzusteigen.“

Andere Teile der Stadt-Firma, die am Ende noch 205 Beschäftigte hatte, sind bereits an neue Träger übergeben. Das Recyclingzentrum ist an den Stadtdienstleister ESO verkauft, das Wohnservice-Team mit 50 früheren Mitarbeitern betreibt der frühere GOAB-Geschäftsführer Jürgen Schomburg. Die Projekte „Start up: Eingliederung von Müttern zurück ins Berufsleben“ und „Ajuma: Vermittlung jugendlicher Männer in Pflegeberufe“ sind ebenfalls unter neuer Leitung.

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Die verbliebenen drei Teile führt Petra Heidenfelder uneingeschränkt fort, bis eine Übernahme möglich ist. So steht die Zweiradwerkstatt „GOABike“ in der Mühlheimer Straße 185 allen Kunden weiterhin zur Verfügung. Dort machen zurzeit elf Jugendliche ihren Abschluss als Zweiradmechaniker, Metallbauer, Zerspanungsmechaniker oder Maschinen- und Anlagenführer. Die Ausbildung für die nach Weggang der Prüflinge weiter beschäftigten 51 Jugendlichen und Umschüler geht uneingeschränkt weiter. Interessierte können sich ab sofort auf neue Ausbildungsplätze bewerben. Im Garten- und Landschaftsbau werden derzeit noch etwa 30 Langzeitarbeitslose und mehrere Stammkräfte beschäftigt. Es liegen zahlreiche Aufträge fürs Frühjahr vor, so dass auch dieser Teilbetrieb erfolgreich weiter zu führen wäre.

Umweltmesse auf GOAB-Gelände

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„Für die Mitarbeiter und Auszubildenden der Zweiradwerkstatt, der Ausbildungswerkstatt und des Garten- und Landschaftsbaus wäre ein baldiges Übernahmeangebot wünschenswert“, betont Petra Heidenfelder. Sie hält es für eine soziale Aufgabe der Stadt Offenbach und aller sozialen Träger, diese Projekte zu erhalten: „Was machen sonst Jugendliche, die keine Perspektive haben?“ In der Ausbildungswerkstatt werde viel Zeit mit Hilfe von Sozialpädagogen und geschulten Lehrkräften investiert, um den Jugendlichen einen Halt zu geben und Perspektiven zu entwickeln. Es würden nicht nur Fachkenntnisse vermittelt, sondern insbesondere sozialer Halt.

(tk)

Rubriklistenbild: © dpa

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