Insolvenzverwaltung zeigt kein Verständnis für Kritik

GOAB-Pleite wirft weiter Fragen auf

Offenbach - Nach der jüngsten Gläubigerversammlung im Zuge des Insolvenzverfahrens der Gemeinnützigen Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft (GOAB) ergeben sich für die Beschäftigten jede Menge Fragen. Das sieht zumindest die Gewerkschaft Verdi so. Von Matthias Dahmer

Sie übt zugleich Kritik am Insolvenzverfahren, das, wie berichtet, zur Zerschlagung der GOAB geführt hat.

Man habe auf der Gläubigerversammlung Erfolge und Fortschritte berichten können, hält die Insolvenzverwaltung dagegen. Fragen der Mitarbeiter seien ausführlich von Insolvenzverwalterin Petra Heidenfelder beantwortet worden.

Zu den brennendsten Fragen zählt für Verdi, ob – wie die Insolvenzverwaltung berichtete – die Nassauische Heimstätte Forderungen in sechsstelliger Höhe gegen die GOAB stelle. Das könne schließlich die Insolvenzmasse soweit vermindern, dass ein großer Teil der Mitarbeiter, die ihre Stelle verloren hätten, möglicherweise auf die Einlösung finanzieller Ansprüche, etwa aus einem Sozialplan, verzichten müsse, befürchtet Verdi.

Verhandlungen mit der Nassauischen

Die Insolvenzverwaltung betont dagegen, man stehe nur in Verhandlungen mit der Nassauischen, da Beträge noch nicht gezahlt worden seien. „Juristische Auseinandersetzungen gibt es keine.“

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Erstaunt zeigt sich die Gewerkschaft darüber, dass der ehemalige GOAB-Chef Jürgen Schomburg noch bis März Gehalt kassiere, obwohl er den GOAB-Wohnservice mittlerweile als selbstständige, mit der Nassauischen Heimstätte kooperierende GmbH weiterführe. Er mache damit einen „doppelten Schnitt“, findet Verdi. Schomburg habe ein normales Arbeitsverhältnis mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist.

Es bestünden Ansprüche auf Resturlaub, weist die Insolvenverwaltung auf rechtlich Gebotenes hin. Zudem sei Schomburg in die Suche nach Interessenten für den Garten- und Landschaftsbau eingebunden und unterstütze die Insolvenzverwaltung bei den komplizierten Forderungsverhältnissen mit der Nassauischen und den Abrechnungsmodalitäten.

Insolvenzverwaltung hat kein Verständnis für Verdi-Kritik

Der Verwunderung von Verdi, dass die weitergeführte Ausbildungswerkstatt, für die Petra Heidenfelder Interessenten sucht, mittlerweile schwarze Zahlen schreiben soll, entgegnet die Insolvenzverwaltung: Die Werkstatt beschäftige seit Oktober auch Umschüler, was zum positiven Ergebnis geführt habe.

Grundsätzlich zeigt die Insolvenzverwaltung kein Verständnis für die Verdi-Äußerungen. Es werde die Tatsache kritisiert, dass ein Großteil der GOAB-Betriebe nun eine Perspektive habe. „Bisher wurde für jeden Arbeitnehmer der GOAB eine positive Lösung gefunden, was auch völlig ausgebliebene Kündigungsschutzklagen beim Arbeitsgericht belegen können“, so die Insolvenzverwaltung.

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