93 Hauswände in der Region vollgeschmiert

Offenbach (re) - Mindestens 93 Hauswände soll ein 26-jähriger Frankfurter mit Graffiti beschmiert haben - er wurde ermittelt und muss sich nun wegen der Sachbeschädigungen verantworten.

Seine „Tags“ sprühte er vor allem auf Wohn- und Geschäftshäuser in Offenbach, Frankfurt, Dietzenbach und Rödermark, wie die Polizei in Offenbach am Freitag mitteilte. Der Schaden dürfte in die Hunderttausende gehen. Graffiti sind vor allem für Städte ein Problem. Die Reinigungskosten pro Graffito erreichen schnell vierstellige Summen. Die Beurteilung der Spraybilder reicht von Schmiererei bis Kunst. Ganz offiziell zum Beispiel haben im vergangenen Jahr in Offenbach 50 Sprayer 1 000 Quadratmeter unansehnliche Mauer nahe des Ringcenters verschönert. Selbsternannten Künstlern jedoch hat die Stadt den Kampf angesagt. Mit dem Polizeipräsidium Südosthessen und verschiedenen Baugenossenschaften geht sie gegen die Sachbeschädiger vor.

Appell an betroffene Bürger, auf jeden Fall Strafanzeige zu stellen

Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) gab sich am Freitag denn auch äußerst zufrieden über den ermittelten Schmierfinken. Polizeivizepräsidentin Anja Wetz appelliert an alle Bürger: „Stellen Sie eine Strafanzeige, wenn sie durch solche Schmierereien betroffen sind - das stellt nicht nur die Ermittlungsgrundlage (...) dar, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, den Verursacher festzustellen.“ Nach einem solchen Zeugenhinweis war der jetzt ermittelte 26-Jährige der Polizei erstmals im Juli in Offenbach ins Netz gegangen. Die „Tags“, also die Zeichen an den Wänden, verrieten, dass er auch rund um seine Frankfurter Wohnung und an seinen früheren Wohnorten in Dietzenbach und Rödermark aktiv war. Im August wurde er erneut in Offenbach auf frischer Tat ertappt - und offenbar zum Opfer seiner Eitelkeit. Der junge Mann hatte nämlich nicht nur einen Rucksack voller Spraydosen dabei, sondern auch ein Mobiltelefon, auf dem er zahlreiche Tatorte fotografiert hatte. Die Ermittler fanden auf dem Handy auch ein Video, auf dem der 26-Jährige ein von ihm gemachtes Graffito vorstellt. Er schweigt übrigens zu den Vorwürfen und lässt sich durch einen Rechtsanwalt vertreten.

Rubriklistenbild: © dapd

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