OFC-Karten für den Oberbürgermeister

Harte Arbeit oder Vorteilsannahme?

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Offenbach - Die kostenlose Überlassung von VIP-Dauerkarten des OFC an Oberbürgermeister Horst Schneider bedarf nach Überzeugung der CDU der Aufklärung. In einer 29 Punkte umfassenden Anfrage verlangt sie Auskunft vom Magistrat.

Stadtsprecher Matthias Müller kommentiert das Begehren der Union gestern in einer Stellungnahme unter anderem mit dem Hinweis, dass Schneider im VIP-Bereich des Stadions regelmäßig Kontakte zum Wohl der Stadt knüpfe. Obwohl die bisherige Praxis rechtens sei, so Müller, werde der OB in den nächsten Tagen den Hessischen Ministerpräsidenten anschreiben, ihn über die Bedenken der Offenbacher CDU-Fraktion informieren und ihn bitten, die Maßstäbe zu nennen, die für Kabinettsmitglieder bei Fußballspielen oder anderen Events gelten. „An diesen Maßstäben werden wir uns orientieren“, sagt Müller.

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„Wenn Oberbürgermeister Horst Schneider mit Vergnügen und Leidenschaft eine Kickers-Partie sehen möchte, dann stellt er sich auf die Stehtribüne“, meint Stadtsprecher Müller. Der Besuch des VIP-Bereichs bedeute für jeden Oberbürgermeister in Deutschland Arbeit. Dort verkehrten Entscheider, Investoren, Verantwortliche aus Industrie, Dienstleistung und Gewerbe. Dort würden in ungezwungener Atmosphäre neue Vorhaben und laufende Projekte diskutiert. Oft sei es möglich, Probleme auf dem kleinen Dienstweg zu klären. „Fußball ist ein guter Türöffner“, fasst Matthias Müller zusammen. Den Zusammenhang zwischen einem Neubau des Stadions und den VIP-Karten, den die Union in einer früheren Presseerklärung hergestellt hatte, bezeichnete Müller als absurd. Es sei der Verdienst Waldemar Kleins, das Land und das Stadtparlament für das neue Stadion begeistert zu haben. Auch die Union habe diese Entscheidung mitgetragen.

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