Ein Grieche lädt ein

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Eingang zum Biergarten des Bürgerhauses Rumpenheim. Wirt Evangelos Lanaras bietet seinen Gästen neben dem Viertelfinalspiel zwischen Deutschland und Griechenland am morgigen Freitag auch kulinarische Genüsse.

Offenbach - Das Bürgerhaus Rumpenheim steht an diesem Freitag ganz im Zeichen der deutsch-griechischen Freundschaft. Wirt Evangelos Lanaras verfolgt zusammen mit seinen Gästen die Europameisterschaft 2012. Für ihn bedeutet das Turnier jedoch mehr als bloße Fußballfreude. Von Ramona Poltrock

Das Bürgerhaus Rumpenheim hat eine eher unerfreuliche Pächter-Historie. Viele Mieter mussten in den vergangenen Jahren Insolvenz anmelden. Lanaras möchte sich diesem Schicksal nicht ergeben. Auch wenn er immer wieder hört „Da gehen wir nicht hin, der macht eh bald wieder zu“, versucht er den schlechten Ruf des Bürgerhauses loszuwerden.

Seit Februar 2011 ist er der neue Mieter der Räume und bietet seinen Gästen zusammen mit seinem Bruder griechische und deutsche Küche an. Zur Europameisterschaft stehen den Gästen zwei Leinwände – eine drinnen, eine draußen – zur Verfügung. Bei schönem Wetter werden die Spiele draußen verfolgt, bei schlechtem bietet der Festsaal des Bürgerhauses genügend Platz.

Gastronomie in die Wiege gelegt

Dem 43-Jährigem ist die Gastronomie in die Wiege gelegt. Sein Vater, selbst mehr als 30 Jahre in der Branche, hat ihn inspiriert. Überhaupt spielt für ihn die Familie eine wichtige Rolle. Sie unterstützt ihn bei der Arbeit im Restaurant. Vor allem, wenn zum Viertelfinale am Freitag deutsche und griechische Gäste erwartet werden. Doch für welche Mannschaft schlägt das Herz des gebürtigen Hellenen? „Ganz ehrlich? Für Griechenland, aber die deutsche Mannschaft ist stark und wird die Griechen schlagen.“

Eine Analogie zur Politik möchte Lanaras in dem Spiel jedoch nicht sehen. Auch wenn er öfters von seinen Gästen darauf angesprochen wird, dass „ihr“ Geld an seine Landsleute gehe, fühlt sich der Frankfurter nicht angegriffen. „Ich bin seit 41 Jahren in Deutschland, ich zahle hier Steuern, und ich kann nichts dafür, was in Griechenland passiert.“

Schleppender Anfang im Restaurant

Wofür er jedoch etwas kann, ist der schleppende Anfang in seinem Restaurant zu Beginn der EM. Zu spät wurden Zettel verteilt, und erst seit Montag hängt ein Werbeplakat über der Eingangstür. Doch die Aktionen zeigen Wirkung, denn „Freitag wird’s voll, wir haben viele Reservierungen – vorwiegend von Deutschen.“ Damit jeder Gast das Spiel verfolgen kann, werden draußen zwei Leinwände aufgebaut.

Lanaras hofft durch die EM mehr Stammgäste zu gewinnen. Denn obwohl bis Jahresende die Räume an künftige Eheleute und für Weihnachtsfeiern vermietet sind, läuft das Tagesgeschäft eher schleppend. Vorwiegend an den Wochenenden gibt es mehr zu tun.

Qualitativ hochwertige Lebensmittel

Dabei können sich seine Gäste sicher sein, qualitativ hochwertige Lebensmittel serviert zu bekommen. Lanaras und sein Cousin, der für die Zubereitung der Speisen zuständig ist, achten darauf, dass die Lebensmittel frisch sind. „Kein Tiefkühlgemüse, keine Dosen! Wir kaufen unser Fleisch von einem Metzger in Friedberg, auch wenn es teurer ist als in der Metro.“

Öffnungszeiten dienstags bis sonntags 11.30 bis 14.30 und 17 bis 24 Uhr, montags nur bei schönem Wetter.

Pächter Evangelos Lanaras wünscht sich, dass seine Mühe dauerhaft belohnt wird und dass die deutsche Nationalelf es packt. Denn: „Je weiter die deutsche Mannschaft kommt, desto mehr Gäste sind zu erwarten.“ Er möchte die Offenbacher weiterhin im Bürgerhaus bewirten und nicht als nächster Gastronom Insolvenz anmelden müssen.

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