Grippe lähmt das Bürgerbüro

Ärger über vermeintlichen Amtsschimmel

Offenbach - Der Offenbacher Fahrschulchef Wolfgang Trenkler hadert mit dem Bürgerbüro. Was er mutmaßt und beklagt, klingt im ersten Moment nach amtsschimmliger Prinzipienreiterei. Von Thomas Kirstein

Als Trenkler online einen Termin zur Anmeldung des neuen Fahrschulmotorrads buchte, vergaß er, dass das alte abgemeldet werden sollte. Aber, denkt er, das müsste sich aber doch problemlos verbinden lassen. Falsche Annahme: Diese Dienstleistung, die er mit zwei Klicks in fünf Minuten veranschlagt, wird ihm verwehrt; auch eine zehnminütige Diskussion mit der Sachbearbeiterin und deren Vorgesetzter bewirkt kein Einlenken. Trenkler braucht einen neuen Termin und eine Woche Doppelversicherung.

Die Nachfrage bei Bürgerbüro-Chefin Martina Fuchs ergibt, dass Trenkler wohl Opfer misslicher Umstände geworden ist. „Normalerweise sind wir flexibler“, versichert die Amtsleiterin. Derzeit aber gelte es, Präzedenzfälle zu vermeiden, weil ansonsten jede nicht angemeldete zusätzliche Leistung zu weiteren Verzögerungen und längeren Wartezeiten führe. „Alles, was wir momentan mehr machen, bringt das System zum platzen, geben wir einem nach, müssen wir das bei anderen auch tun“, rechtfertigt sie, warum eine längere Debatte der kulanten Erledigung vorgezogen wurde.

Gefahr oder Hype? Das wurde aus Schweinegrippe, BSE und Co.

Denn das Bürgerbüro geht personell auf dem Zahnfleisch. Eine Grippewelle ist schuld, die, wie Martina Fuchs weiß, auch Behörden in umliegenden Kommunen überrollt hat. In Offenbach sind zwölf Mitarbeiter krank, acht haben Urlaub, ein Teil des 50-köpfigen Teams ist noch in der Einarbeitungsphase. Ergebnis: Statt wie üblich 24, sind höchstens 15 Beratungsplätze besetzt. Das erklärt auch die derzeit überdurchschnittlichen Wartezeiten.

Rubriklistenbild: © dpa

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