Grippewelle rollt durch Klassen

Offenbach ‐ Die saisonale Grippe hat die Reihen in so mancher Schulklasse bereits erheblich gelichtet, und auch in den Lehrerzimmern bleiben aufgrund von Influenza-Infektionen vielerorts die Stühle leer. Von Denis Düttmann

Vor zwei Wochen war ein Drittel unserer Schüler krank gemeldet, in der vergangenen Woche immerhin noch ein Viertel“, sagt der Leiter der Goethe-Schule, Erhard Storoschenko. Obwohl auch etwa 20 Prozent des Kollegiums ausgefallen seien, könne die Grundschule die Betreuungszeit von 8.30 bis 12.30 Uhr weiterhin garantieren. „Wir verfügen über einen gewissen Pool an Studenten und ehemaligen Lehrern, die jetzt die Vertretungsstunden übernehmen“, so Storoschenko. Ebenso geht die Ernst-Reuter-Schule vor: Hier sind derzeit rund 20 Prozent sowohl der Schüler als auch der Lehrer krank, wobei sich die Zahl in den vergangenen Wochen sukzessive erhöht hat. „Teilweise können wir zwei Klassen zusammen legen, weil so viele Schüler fehlen“, sagt Konrektor Paul Moosmann. „Dadurch lassen sich die Ausfälle bei den Lehrern teilweise kompensieren.“

Ganz anders stellt sich die Situation in der Albert-Schweitzer-Schule dar. „Die Krankheitsfälle sind für die Jahreszeit völlig normal“, erklärt die stellvertretende Leiterin des Gymnasiums, Barbara Lorz. Derzeit seien vier von 90 Lehrern und etwa 80 von 1 130 Schülern krank gemeldet. „Vielleicht verfügen die Jugendlichen an unserer Schule bereits über ein etwas widerstandsfähigeres Immunsystem als Kinder an Grundschulen“, mutmaßt Lorz. In der vergangenen Woche lag zwar eine beträchtliche Anzahl von Schülern mit Magen-Darm-Grippe danieder, doch hätten sie bereits nach wenigen Tagen wieder am Unterricht teilnehmen können. „Die Schüler verhalten sich sehr verantwortungsvoll und versuchen ihrerseits, das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten“, lobt Barbara Lorz.

Im Klinikum ist man zwar auf einen Anstieg der Krankheitsfälle eingestellt, derzeit lassen sich jedoch noch keine Veränderungen beobachten. „Auch auf die Schweinegrippe sind wir vorbereitet“, sagt die Pressesprecherin des Klinikums, Marion Band. „Wenn die ersten Infizierten bei uns eingeliefert werden, räumen wir die Station 95 für diese Patienten frei und isolieren sie.“ Bislang sei der Virus H1N1 in Offenbach jedoch noch nicht aufgetaucht.

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