Klagen von Privatleuten

Großbetrug: Autohaus-Kunden melden sich

Offenbach - Von den mutmaßlichen Betrügereien in der Offenbacher BMW-Filiale sind auch Privatleute betroffen. Von Ralf Enders

Nach einem Aufruf der Polizei, deutlich überzogene Schadensregulierungen zu melden, haben sich „viele Anrufer“ gemeldet, wie Polizeisprecher Henry Faltin auf Anfrage berichtete. Allerdings hätten die meisten Klagen mit dem aktuellen Fall nichts zu tun; fünf seien bislang übrig geblieben, die „ins Muster passen“, so Faltin.

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Einer, der sich übers Ohr gehauen fühlt, ist der Frankfurter Christian Koehler (Name geändert). Er hatte 2012 mit seinem BMW X6 einen schweren Unfall, das noble Auto musste umfangreich repariert werden. „Aus dem Kostenvoranschlag von 30 000 Euro wurden jedoch auf einmal 60.000 Euro, ohne Nachricht über die immense Kostensteigerung“, klagt Koehler. Er vermutet sogar, dass die Gutachter seiner Versicherung mit den Betrügern „unter einer Decke stecken“, denn die Versicherung habe ihn gedrängt, den Wagen in Offenbach reparieren zu lassen. Dann habe sie sich unter Berufung auf Vertragsbedingungen aber geweigert, den Schaden zu bezahlen. Das Ergebnis nach Ansicht von Koehler: „BMW kassiert 30.000 Euro zusätzlich, die Gutachter erhalten ihren Teil, und die Versicherung muss nichts bezahlen.“ Der Fall werde nun vor Gericht verhandelt. Koehler ist sicher, „dass dies kein Einzelfall ist und Werkstätten zusammen mit Gutachtern regelmäßig private Kunden betrügen“.

In der Offenbacher BMW-Filiale sollen laut Polizei und Staatsanwaltschaft sieben teils leitende Mitarbeiter durch fingierte Beschädigungen an Fahrzeugen das Mutterunternehmen BMW Group und dessen Versicherungen um einen Millionenbetrag geprellt haben.

Rubriklistenbild: © dpa

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