Vom Großdealer verpfiffen

Offenbach (mad) - Weil er von seiner Vergangenheit als Heroindealer eingeholt wurde, muss ein 39-Jähriger Mazedonier aus Offenbach nun mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe leben.

Die brummte ihm das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck auf, weil es als erwiesen ansah, dass der Mann, der mittlerweile ein bürgerliches Leben als Familienvater führt, vor sechs Jahren ein Kilo Heroin verkauft hatte.

Ins Visier der Justiz war der Mann geraten, weil ihn zwei Landsleute verpfiffen hatten. Die beiden Brüder aus Offenbach, die als Größen des Heroinhandels im Rhein-Main-Gebiet galten, waren bereits vor einigen Jahren zu 12 und 13 Jahren Haft verurteilt worden. Im Gefängnis beschlossen sie auszupacken, um so vielleicht einige Jahre früher wieder in Mazedonien in Freiheit leben zu können. So belastete einer der beiden Brüder auch den 39-Jährigen.

Der bestritt vor Richter Manfred Beck und seinen Schöffen die Tat und gab an, er habe früher einmal als Türsteher in einer Offenbacher Disco gearbeitet und sei mit dem ihn belastenden Mann in Streit geraten. Der habe ihm damals Rache geschworen.

Das Gericht vermochte diese Geschichte nicht zu glauben. Denn der Großdealer schilderte detailreich das Heroingeschäft des 39-Jährigen im Jahre 2005. Zudem liege es außerhalb jeglicher Lebenserfahrung, dass die Großdealer, die seinerzeit mit Begleit-schutz in Offenbach unterwegs waren, sich von einem Türsteher etwas hätten sagen lassen. „Ein Türsteher allein war für diese Gruppe sicher keine akzeptable Größe“, so Manfred Beck.

Er geht davon aus, dass sich die gesprächigen Großdealer nach einer Entlassung und Abschiebung im Heimatland wohl mit einigen Bodyguards umgeben müssen.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare