Projekt „Paten für Kindergartenkinder“

Wie große Geschwister

+
Für ihr Engagement als Kindergarten-Paten haben Oberbürgermeister Horst Schneider und Stadtrat Felix Schwenke 46 Schüler geehrt. Der Ehrenamtsbeauftragte Reinhard Knecht überreichte dem Projektteam zusätzlich einen Scheck in Höhe von 400 Euro.

Offenbach - Sie sind für Kita-Kinder mit Migrationshintergrund wie große Geschwister, übernehmen Verantwortung, haben Spaß miteinander und fördern sie in ihrer Entwicklung: An dem Projekt „Paten für Kindergartenkinder“beteiligen sich 46 Offenbacher Jugendliche.

Für ihr Engagement wurden sie nun ausgezeichnet. Das Projekt „Paten für Kindergartenkinder“ wurde 2001 durch eine Initiative der Lokalen Agenda21 (LA21) Offenbach ins Leben gerufen. Die Besonderheit: Jugendliche aus Offenbacher Schulen engagieren sich für Kindergartenkinder mit Migrationshintergrund, um sie in ihrer Entwicklung zu fördern. Dabei besuchen die Jugendlichen, die mindestens 14 Jahre alt sind, an einem Nachmittag in der Woche ihr Patenkind in den Kindergärten. Beim Spielen und Erzählen knüpfen die Kinder leicht Kontakt zu ihrem Paten und erleben, was sie alles von ihren „großen Geschwistern“ lernen können. Und die Jugendlichen setzen ihr Wissen und Können für die „kleinen Geschwister“ ein. Die Kinder genießen es, eine Bezugsperson für sich allein zu haben. Schnell stellt sich eine emotionale Bindung zwischen beiden her. Erzieher und Lehrer begleiten das Projekt pädagogisch und fachlich und stehen den Jugendlichen zur Seite. Diese verpflichten sich für je ein Jahr. Ihre ehrenamtliche Arbeit wird in den Zeugnissen vermerkt, und sie erhalten eine Würdigung des Landes Hessen.

Ziel des Projekts ist es, Jugendliche zu einem freiwilligen Engagement zu bewegen und Kindergartenkinder zu begleiten. Ein hoher Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund hat immer noch erhebliche Sprachdefizite. Das bedingt, dass ihre Entwicklung oft nicht dem altersgemäßen Standard entspricht und sie Chancen in Bildung und beruflicher Zukunft nicht nutzen können. „Das Patenprojekt unterstützt das Sprachverständnis der Kindergartenkinder“, lobt Oberbürgermeister Horst Schneider und betont: „Die Kenntnis der Landessprache ist der Schlüssel zum Bildungserfolg, durch den Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit ermöglicht wird.“

Schulabschluss 2015: Gruppenbilder aus der Region (Teil 1)

Laut Barbara Levi-Bach stellt das Projekt einen Schwerpunkt der Agenda-Arbeit dar: „Es ist aufgrund seines Selbsthilfecharakters und der intensiven Beziehung zwischen Kind und Pate einzigartig und stellt die spielerische Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache in den Vordergrund.“ Auch Ehrenamtsbeauftragter Reinhard Knecht lobt die Paten: „Sie leisten in jungen Jahren einen Dienst für andere und beweisen damit, dass freiwilliges Engagement keine Frage des Alters ist.“ Im laufenden Schuljahr beteiligen sich 15 Kindertagesstätten (Kita 1, 2, 4, 5, 8, 15, 16, 17, 20, Kinderhaus Mathilde, Kita Frei-religiöse Gemeinde, Kita Lutherkirche, Kita Paul-Gerhardt-Gemeinde, Kita Schlosskirche und Kita Stadtkirche) sowie Jugendliche aus fünf Schulen (Albert-Schweitzer-, Leibniz-, Rudolf-Koch-, Mathilden- und Theodor-Heuss-Schule).

vs

Kommentare