Wo die großen Denker ewig ruhen

Friedhöfe, die nicht nur zu Allerheiligen einen Besuch wert sind

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Der Friedhof ist das älteste Zeugnis jüdischen Lebens in Frankfurt und bestand bereits vor der Einrichtung des jüdischen Ghettos 1462.

Offenbach - Eine ganz besondere Stimmung geht von Friedhöfen aus. Sie sind Orte der Stille inmitten von hektischen Städten und bieten mit alten Gräbern einen Einblick in die Geschichte und unterschiedliche Grabarchitektur.

Zwar kann man die regionalen Friedhöfe nicht mit dem Zentralfriedhof von Wien, dem Highgate Cemetry in London, den Katakomben in Rom oder dem Alten Jüdischen Friedhof in Prag vergleichen, dennoch gibt es auch hier einige besondere Grabstätten zu bewundern.

  • Offenbach: Auf dem Alten Friedhof findet sich neben dem Heinrich-Krumm-Mausoleum das Grab von Julie Heraeus. Die Offenbacher Lehrerin engagierte sich stark in der Politik und im sozialen Bereich und gründete den Evangelischen Frauenverein.
  • Frankfurt: Während auf dem Alten Jüdischen Friedhof die Gräber der Familien Rothschild und Oppenheim zu finden sind, liegt der Begründer des Hauses Rothschild, Mayer Amschel Rothschild, auf dem ältesten Jüdischen Friedhof in der Battonstraße. Am Bürgerhospital findet sich wiederum das Grab des Arztes, Naturforschers und Botanikers Johann Christian Senckenberg.

Eine ganze Reihe von Persönlichkeiten fanden ihre letzte Ruhestätte auf dem Hauptfriedhof: Der Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer, die Kaufmannsfamilie Bolongaro, der Flugpionier August Heinrich Euler, der Kinderbuchautor Heinrich Hoffmann, der Journalist und Polarforscher Theodor Eduard Julius Lerner sowie der Philosoph Arthur Schopenhauer. Erst vor gut zwei Jahren wurde hier auch der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki beerdigt.

Darmstadt: Auf dem Alten Friedhof in Darmstadt wurden die bedeutendsten Persönlichkeiten der Wissenschaftsstadt bestattet: Der Arzt, Naturwissenschaftler und Philosoph Friedrich Karl Christian Ludwig Büchner, die deutsche Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Luise Büchner, der Politiker und Präsident der Frankfurter Nationalversammlung Heinrich Wilhelm August Freiherr von Gagern, der Apotheker und Gründer des pharmazeutischen Unternehmens Merck, Heinrich Emanuel Merck, und der Designer und Architekt Joseph Maria Olbrich. Darüber hinaus wurden hier der Architekt und Stadtplaner Georg Moller, der Schriftsteller Ernst Elias Niebergall, der Komponist Wilhelm Petersen sowie die Unternehmer Otto Karl Julius Röhm und Carl Heinrich Johann Schenck begraben.

Mehr als Orte der Trauer: Friedhöfe locken Touristen an

Auf dem Waldfriedhof fanden dagegen der Physiker Erasmus Kittler und der Politiker Carlo Mierendorff ihre letzte Ruhestätte.

  • Michelstadt: Auf dem Jüdischen Friedhof findet sich das Grab des sogenannten Wunderrabbis und Baal Schem Rabbi Jizchok Arje, regional besser bekannt als Isac Löw Matthes Wormser.

me

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