Großer Andrang bleibt aus

Letztes offenes Casting: RTL sucht nächstes „Supertalent“

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Die Tanzgruppe „Green Bacteria“ aus Butzbach erhält letzte Anweisung von Trainerin Steffi Kaiser, bevor es ins Hotel Achat Plaza vor die Jury der RTL-Show „Das Supertalent“ geht.

Offenbach - Noch einmal probt die Butzbacher-Tanzcrew „Green Bacteria“ im leeren Innenhof des Achat Plaza ihre Choreografie, bevor sie das Hotel und die improvisierten Castingräume betritt, um einer professionellen Jury ihr Talent zu beweisen. Von Ramona Poltrock 

Mit aufmerksamen Blicken beobachtet Trainerin Stefanie Kaiser ihre Schützlinge und gibt noch den einen oder anderen Tipp, bevor es losgeht. Eine knappe dreiviertel Stunde später ist alles wieder vorbei. In den Gesichtern der elf- bis 16-jährigen Tänzer zeichnet sich Zufriedenheit ab. Ob sie weiter sind, erfahren sie zwar erst in ein paar Wochen, aber das Feedback macht Mut: „Die Jury meinte, dass es gut war“, sagt Mitglied Jonas Becker. Seit vier Jahren tritt die Hip-Hop-Formation öffentlich auf und nimmt an Wettbewerben teil. Beim „Supertalent“ will sie mitmachen, um „vielleicht noch etwas bekannter zu werden“.

Die RTL-Casting-Show geht im Herbst bereits in die neunte Runde. Egal, ob Einzel-Darsteller oder Gruppe, jung oder alt, Mensch oder Tier, Komiker oder Alleinunterhalter – in dieser Show sind alle willkommen. Seit 18. April ist RTL mit der bisher größten „Supertalent“-Castingtour in 40 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs. Zum letzten offenen Casting in Offenbach konnten noch einmal alle Interessierten ohne Anmeldung kommen und ihre Chance nutzen. Im Finale am Ende des Jahres erwartet den Gewinner neben einem Preisgeld von 100.000 Euro die einmalige Gelegenheit, im Showmekka Las Vegas aufzutreten.

Das Supertalent: Casting im Achat Plazaz Hotel

Ihre Chance, eine bekannte Sängerin zu werden, möchte auch Nina Müller nutzen. Die 15-jährige Schülerin nimmt zum ersten Mal an einem Casting teil. Nervös steht die flippige Blondine am Anmeldetisch im Alten Schlachthof und holt sich ihre Startnummer ab. Familie und Freunde haben ihr geraten, endlich mal zu einem Casting zu gehen. Die Offenbacherin singt laut ihrer Mutter „eigentlich schon immer“ und das so gut, dass Nina mit einer Freundin in wenigen Wochen auf ihrer gemeinsamen Abschlussfeier den Hit „Ain’t Nobody“ von Chaka Khan singen soll. Den gleichen Song, den sie für die Jury vorbereitet hat.

Nach einer kurzen Wartezeit – der Andrang in Offenbach ist in diesem Jahr überschaubar, die Massen bleiben den Nachmittag über aus – wird sie ins Hotel begleitet. Wider Erwarten wird auch ihre Mutter Alexandra vor der Jury stehen. Der Schweizer Brahim Abiadh braucht eine Kandidatin für seine Hypnose. Der 47-jährige Züricher wirkt nervös, bis ihn eine RTL-Mitarbeiterin aufruft. Kurz darauf kommen sowohl das „Talent“ als auch die spontane Alexandra Müller enttäuscht zurück.

Supertalent-Casting mit Viviana Grisafi (2014)

„Es hat leider nicht funktioniert“, so die Offenbacherin. „Ich war die ganze Zeit bei klarem Verstand, habe aber so getan, als ob es funktioniert“, gesteht Müller und fügt schmunzelnd hinzu: „Als ich schließlich Französisch sprechen sollte, musste ich zugeben, dass es nicht funktioniert hat“. Enttäuscht akzeptiert Brahim Abiadh dann die Nachricht seines Nicht-Weiterkommens und verabschiedet sich.

Dann kommt Tochter Nina zurück – auch enttäuscht. Es hat nicht gereicht, aber sie ist mit ihrem Auftritt zufrieden. Ihre Mutter nimmt sie in die Arme und spricht ihr Mut zu. Es gibt ja noch andere TV-Formate: „Vielleicht nimmt sie nächstes Jahr bei ,The Voice of Germany‘ teil.“ Alexandra ist vom Talent ihrer Tochter überzeugt. Die Enttäuschung weicht einem Lächeln.

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