Großer Wurf für die Schulen

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So macht Schule Spaß: Zwei Dutzend Sechstklässler erhielten gestern an der Albert-Schweitzer-Schule eine exklusive Basketballstunde von Nationalspieler und „Deutsche Bank Skyliners“-Kapitän Pascal Roller.

Offenbach ‐ Da hat Oberbürgermeister Horst Schneider eine Chance einfach so sausen lassen. Obwohl vor Jahren selbst Basketballer beim EOSC, verzichtete er bei der gestrigen Vorstellung des Projekts „Basketball macht Schule“ auf den Versuch, einen Ball in einem der Körbe der Albert-Schweitzer-Turnhalle zu versenken. Von Barbara Hoven

Heutzutage punktet Schneider lieber mit Worten, wenn´s klappt. Es klappte. Zwei Dutzend Sechstklässler vor Ort waren schlicht begeistert von dem, was ihnen und anderen Offenbacher Pennälern für dieses Jahr angekündigt wurde.

Ein wenig vom rauschenden Applaus in der Halle wird der OB wohl auf sich bezogen haben. Unter anderem seinem Engagement ist es zu verdanken, dass der Frankfurter Bundesliga-Club „Deutsche Bank Skyliners“ seine Kinder- und Jugendsport-Initiative nach Offenbach ausweitet, obwohl er schon auf eigenem Terrain längst nicht alle Mitmach-Wünsche von Schulen erfüllen kann. Aber für den größten Teil des Beifalls war ein anderer Besucher verantwortlich: Basketball-Nationalspieler und Skyliners-Kapitän Pascal Roller. Eine bekannte Größe in Korbjägerkreisen.

Weit über 50 Kooperationen an allen Schulen

Nachdem die Initiative der Skyliners bereits erfolgreich in 60 Schul-AGs in Frankfurt und Wiesbaden läuft, fiel gestern mit Präsentation und Probetraining unter Rollers Anleitung auch in Offenbach der Startschuss: Staatliches Schulamt, städtisches Sportbüro und die Skyliners haben vereinbart, dass der Frankfurter Bundesliga-Verein die AG Ballspiele unterstützt und die Nachmittagsbetreuung nicht nur an der Albert-Schweitzer-Schule mit Basketballstunden bereichert. Zehn Offenbacher Schulen haben bereits die Zusage, jeweils für mindestens ein Halbjahr in den wöchentlichen Genuss von professionellem Basketballtraining für Mädchen und Jungen zu kommen. Einige weitere dürfen nach Auskunft von Jürgen Weil darauf hoffen.

Der Sportbürochef stimmte gestern mit ein in den Kanon der Lobeshymnen für das neue Kooperationsprojekt. Es gilt als weiterer Baustein der schon breit angelegten Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen in Offenbach. Weil: „Wir haben weit über 50 Kooperationen an allen Schulen und in vielen Sportarten.“

„Basketball macht Schule“ soll allen Beteiligten einen Gewinn bringen: Den Schulen in Zeiten ganztägigen Betreuungsbedarfs eine willkommene, zudem kostenlose Bereicherung ihres Angebots. Den Vereinen öffnet das Projekt eine Tür zum Nachwuchs. Und die Kinder haben einfach Spaß.

Dinkel hofft auf Nachahmer

Und lernen dabei spielerisch. Denn „nicht nur zur Förderung der Bewegungsfreude, sondern auch in den Bereichen Ernährung und Integration, zwei Kernthemen unserer Zeit, kann das Schulprojekt sehr viel bewegen“, wie Gunnar Wöbke, Skyliners-Geschäftsführer und promovierter Ernährungswissenschaftler, gestern betonte. Mehr als 300.000 Euro hat der Verein deshalb bereits in das Projekt und die Ausbildung der dafür nötigen Trainer investiert.

Das Gesamtpaket freut auch Peter Dinkel. Der Vorsitzende des Sportkreises Offenbach misst der Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen wachsende Bedeutung bei. „Ganztagsschule bedeutet für die Vereine, dass die Zeiten immer schwieriger werden und ein Umdenken in der Vereinslandschaft nötig wird“. Zwar sei man in Sachen Kooperation noch im Anfangsstadium, befinde sich jedoch auf einem guten Weg. Die Zusammenarbeit mit der Albert-Schweitzer-Schule lobte er als vorbildliches Beispiel. Dinkel hofft auf Nachahmer. „Denn wenn die Schulleiter nicht mitspielen, haben wir als Sportkreis keine Chance.“

Dafür, dass beim Nachwuchs in Sachen Basketball Motivation geweckt wird, sorgten die Skyliners kürzlich gleich mehrfach in Offenbach: Ende Februar kamen auch Siebtklässler der Rudolf-Koch-Schule in den Genuss einer exklusiven Trainingseinheit mit drei Skyliners-Profis. Die hatten, wie gestern, nicht nur Tipps zum Dribbeln und Passen im Gepäck, sondern auch Sport-Shirts.

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