Grüne loben Winterplan als richtigen Schritt

Offenbach (mk) - Peter Schneider, der zum Bürgermeister gewählte Fraktionschef der Grünen, begrüßt, dass die Lufthansa offenbar ihren Winterflugplan an das bestehende Nachtflugverbot anpasst.

Nach Medienberichten zieht das Unternehmen 112 Flüge vor, um das Verbot in Frankfurt einzuhalten. Noch im April hatte die Kranich-Linie dies als „schweren Schlag gegen den Wirtschaftsstandort Deutschland“ kritisiert.

„Während wir vom Chef der Fraport AG und leider auch vom Chef der Deutschen Flugsicherung nur hören, dass man eine Aufweichung des Nachtflugverbots brauche, um den Flugbetrieb wirtschaftlich darzustellen, stellt sich die Lufthansa endlich den Gegebenheiten – das kann man nur begrüßen“, sagt Peter Schneider. Die Lufthansa habe offensichtlich eingesehen, dass ihre Kunden eine Airline wollen, die unter Beachtung rechtlicher Vorgaben die gebuchte Leistung auch zuverlässig zur planmäßigen Zeit erbringt.

„Strandende Passagiere schaden dem Image“

In einer Mitteilung heißt es: „Strandende Passagiere schaden dem Image aller Beteiligten, das sollte auch Fraport erkennen und ihrerseits den Flugbetrieb so planen, dass das – ohnehin unzureichende – Flugverbot von 23 bis 5 Uhr verlässlich eingehalten werden kann.“

Es sei unerträglich, dass ausgerechnet die im Eigentum der öffentlichen Hand stehenden Institutionen Fraport und DFS sich weiter gegen „das übergeordnete Schutzbedürfnis der Bevölkerung vor gesundheitsschädlicher Verlärmung ihres Wohnumfelds stemmen“, so Schneider. Der ab September für den Rechtsstreit rund um den Flughafenausbau zuständige Bürgermeister betont, dass die Einhaltung des jetzigen Nachtflugverbots nur ein erster Schritt zur dauerhaften Raumverträglichkeit des Flugbetriebs auf Rhein-Main sein kann.

Er wiederholt Bekanntes: Offenbach sei zu 80 Prozent als Siedlungsbeschränkungsgebiet ausgewiesen – ohne Ausnahmegenehmigung dürfen keine Kindertagesstätten und Schulen errichtet werden. „Auf diese Weise erschwert man uns in eklatanter Weise die Entwicklung, wir werden uns weiter mit allen Mitteln dagegen wehren. Ich freue mich sehr, dass der Widerstand in der Bevölkerung anhält und auch Wirkung zeigt.“

„Es wird in Offenbach keine Ruhe geben“

Es werde in Offenbach keine Ruhe geben, bis alle erdenklichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ausgeschöpft sind. Schneider nennt unter anderem ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr, die Verlagerung innerdeutscher und innereuropäischer Verkehre auf die Schiene, Gestaltung aller An- und Abflugrouten und -verfahren nach dem Prinzip der größtmöglichen Lärmvermeidung.

Aus seiner Sicht sei es für die Zukunftsfähigkeit des Flughafens von Bedeutung, dass die lärmgeplagte Bevölkerung „guten Willen bei allen Akteuren erkennt. Nur dann wird man auch leichten Herzens ‚Ja zu FRA’ sagen können.“ Es müsse allen gelegen sein, vom gegenwärtigen reflexartigen Gegeneinander wegzukommen. „Schließlich haben wir gemeinsam das Ziel, ein prosperierendes Rhein-Main-Gebiet zu gestalten, in dem es sich gut leben lässt. Dafür brauchen wir einen konstruktiven Dialog“, so Schneider.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare