Gelenkbusse der neuesten Generation

Grüne Welle für OVB-Busse

+
Vier Gelenkfahrzeuge im neuen Mobilitätsdesign haben die Offenbacher Verkehrs-Betriebe gekauft. Spätestens Ende der Woche verkehren die Busse vom Typ A 23 Lions City G im regulären Linienbetrieb. Die OVB hoffen, „dass unsere Fahrgäste genauso viel Gefallen an dem neuen Design unserer Busse finden, wie wir.“

Offenbach -  „Steigt ein, wenn ihr Kickers seid.“ Das Transportmittel, das heute heimische Fans zum Pokalhit (Anpfiff: 20.30 Uhr, Sparda-BankHessen-Stadion) bringt, ist selbstverständlich rot-weiß lackiert. Von Martin Kuhn

Wie sonst! Nur gut, dass die OVB ihre neu gewählte Leitfarbe nicht schon früher eingeführt hat. Grün-weiß (okay, mit Schwarz) ist die Farbe der gegnerischen Borussia. Das hätte leicht für Irritationen sorgen können. Soweit: Alles in Ordnung! Etwas mehr Sorge bereitet den Verantwortlichen die Akzeptanz der Offenbacher. Die neu gewählte „Markenarchitektur“ des Stadtwerke-Konzerns wird mit den vier neuen Gelenkbussen erstmals deutlich sichtbar – täglich mit jedem gefahrenen Kilometer. Die gesamte rot-weiße OVB-Flotte erhält nach und nach eine neue Optik. Heißt: Die Busse werden grün.

Die Farbgebung setzt sich innen fort, etwa bei den Haltestangen. Das E-Ticket-Lesegerät zeigt in Grün an: Alles in Ordnung.

„Fürs neue Erscheinungsbild werden aber keine Fahrzeuge umlackiert“, beruhigt Olaf Ortmann, Verkehrsleiter der OVB. „Das wäre viel zu teuer.“ Erst nach und nach, bei jeder Ersatzbeschaffung, ändert sich das Erscheinungsbild. Dies geschieht direkt ab Werk, so dass keine zusätzlichen Kosten anfallen. In etwa zehn bis zwölf Jahren, schätzt OVB-Geschäftsführerin Anja Georgi, könnten alle 61 Linienbusse mit dem grün-weißen Erscheinungsbild versehen sein. Den Anfang machen vier neue Gelenkbusse, die ihre betagten Vorgänger ablösen und schon in den nächsten Tagen auf wechselnden Linien verkehren. Zur Konfiguration ist die OVB-Spitze extra in die Münchener MAN-Zentrale gefahren – Lackierung, Polsterbezüge, Haltestangen, nahezu alles wurde in natura und in 3D-Simulation ausprobiert. „Wir hoffen“, sagt Anja Georgi, „dass unsere Fahrgäste genauso viel Gefallen an dem neuen Design unserer Busse finden wie wir.“ Sie bezeichnet das Interieur als „geschmackvoll“.

Den Blick auf technische Details lenkt hingegen Eberhard Werth, technischer Leiter der OVB: Die vier niederflurigen Gelenkbusse vom Typ „MAN A 23 Lions City G“ verfügen über je 47 Sitzplätze, davon vier behindertengerecht, 98 Stehplätze sowie eine etwas größere Aufstellfläche für Rollstühle, Kinderwagen oder Rollatoren. „Da haben wir in jüngster Zeit höheren Bedarf festgestellt.“ Eine Video-Kontrolle mit sechs Kameras sorgt für Sicherheit auf der Fahrt und hat sich nach Angaben der OVB seit Jahren bewährt. Die Busse sind klimatisiert und barrierefrei: Ihre rechte Fahrzeugseite lässt sich bis zu acht Zentimeter absenken („Kneeling“). Fahrgäste mit starker Sehbehinderung können sich mit Hilfe taktiler Haltestangen mit aufgerauter Oberfläche orientieren und so die Anforderungstaste „Wagen hält“ leichter ertasten.

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Weitere Infos:

www.nio-of.de

Ein 320 PS starker Sechs-Zylinder mit neuer Abgastechnologie nach der Euro-Norm VI treibt die 18 Meter langen und nahezu 17 Tonnen schweren Dreiachser an. Das ständige Beschleunigen und Abbremsen – die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt gerade mal 17 Kilometer pro Stunde – macht sich im Spritverbrauch bemerkbar. Ein solcher Koloss (vollbesetzt bis zu 30 Tonnen) schluckt etwa 54 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Und dann fährt und fährt und fährt er. Im Jahr legt jeder OVB-Bus gut 45 000 Kilometer zurück. Die vier ausgemusterten Fahrzeuge sind 15 Jahre alt und haben eine Laufleistung von bis zu 700.000 Kilometern hinter sich. Sie werden im Paket verkauft – wahrscheinlich in den europäischen Osten. Erlös: zwischen 8000 und 10.000 Euro. Ein sprichwörtlicher Tropfen bei den für 2015 geplanten Neuanschaffungen. Das Paket mit drei weiteren Bussen (Auslieferung im Dezember) ist von den OVB mit 2,1 Millionen Euro veranschlagt...

Kommentare