Fraktion setzt auf neue Wege in der lokalen Verkehrspolitik

Grüne wollen mittelfristig Aus für alte Diesel-Pkw

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Umweltverbände fordern Maßnahmen gegen die hohen Schadstoffbelastungen in den Städten.

Offenbach - Puuuh. Die Luft wird und wird nicht spürbar besser in den Ballungsräumen. Da helfen lokal weder die Ausweisung einer Offenbacher Umweltzone noch ein nächtliches Lkw-Fahrverbot auf der Mainstraße. Das kann allenfalls als kleiner Schritt betrachtet werden.

Auch der Umstand, dass die Deutsche Umwelthilfe im Sommer 2015 zwei Gerichtsverfahren gegen das Land Hessen wegen Überschreitung der Luftqualitätsgrenzwerte gewonnen hat, unter anderem in Offenbach, lässt die Bürger nicht merklich freier atmen. Daher fordern die Grünen-Fraktion im Rathaus „neue Wege in der Verkehrspolitik“. Sie sieht das Umweltbundesamt auf seiner Seite. Das empfiehlt eine grundsätzliche Neuorientierung in der Verkehrspolitik, vor allem in Städten. Laut Öko-Partei zeige eine UBA-Berechnung: Die Luft in den Innenstädten wird trotz neuer Abgas-Grenzwerte frühestens 2030 spürbar sauberer. Grund sind die immer noch hohen Stickstoffdioxid-Werte, die vor allem durch Dieselfahrzeuge verursacht werden. Stickstoffdioxid ist gerade für Asthmatiker gefährlich, es kann zu Atemnot und Bronchitis führen.

Ein Blick in die städtischen Statistiken zeigt: Der Fahrzeugbestand wächst kontinuierlich – von 57.356 im Jahr 2010 auf 628.103 anno 2014. Die Grünen-Fraktion sieht das starke Verkehrsaufkommen in der Innenstadt und auf den Ringstraßen kritisch, insbesondere da es zur Überschreitung von Grenzwerten kommt. Und mit steigendem Bauvolumen (Hafen, entlang der Berliner Straße, Senefelderquartier, Bürgel-Ost, Bieber-Nord) wird es nicht unbedingt weniger... Daher wollen die Grünen die „konsequente Umsetzung des Luftreinhalteplans“ (die zweite Fortschreibung datiert vom November 2014) erreichen. Eine Forderung lautet: Um die Stickstoffdioxid-Belastung in der Atemluft zu reduzieren, müsse die Offenbacher Umweltzone mittelfristig für alte Diesel-Pkw gesperrt werden.

„Wir werden auch im neuen Jahr aktiv bleiben“, verspricht der Stadtverordnete Edmund Flößer-Zilz, „nicht zuletzt um die Stadt durch Luftreinhaltung und Lärmminderung auch für längerfristiges, hochwertiges Wohnen und Einkaufen attraktiver zu machen.“ Der Umbau des Marktplatzes sei ein wichtiger Baustein, sofern es gelinge, die Innenstadt dort konsequent weiter von unnötigem Durchgangsverkehr zu entlasten. Ein weiterer Weg ist in seinen Augen Elektromobilität, die es stärker zu fördern gilt, und zwar sowohl für Fahrräder als auch für Autos und Busse. „E-Mobile stoßen keine schädlichen Abgase aus und sind leiser.“ Mit gutem Beispiel gehen die OVB voran. Sie wollen demnächst einen weiteren Testlauf mit einem Elektrobus wagen, nachdem sie Erfahrungen bei anderem Verkehrsbetrieben erkundet haben.

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Flößer-Zilz fasst daher zusammen: „Wir wollen ein Offenbach, in dem die Bürger ihren Bäcker, die Kita und das Kino schnell zu Fuß, mit dem Fahrrad, der S-Bahn oder dem Bus erreichen können, eine Innenstadt, die Besucher und Kunden zum Verweilen einlädt und Aufenthaltsqualität bietet.“

mk

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