Grünen begrüßen Lärmpausen

„Für jede Form der Entlastung offen“

+

Offenbach - Galten sie einst als die vehementesten Verfechter einer Ausweitung des Nachtflugverbots von 22 bis 6 Uhr, begnügen sie die Offenbacher Grünen mittlerweile schon mit weniger.

Ob’s daran liegt, dass dieses Weniger vom zum Minister aufgestiegenen Offenbacher Grünen Tarek-Al Wazir kommt? „Die Stadtverordnetenfraktion begrüßt den geplanten Test des Fluglärmpausenmodells am Flughafen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Erstmals in der Geschichte werde es ab dem 23. April für viele Menschen unter den Anflugstrecken versuchsweise bis zu siebenstündige Fluglärmpausen geben. Unter dem Strich könnten bis zu 24.000 Offenbacher von dem neuartigen Anflugverfahren profitieren. Zwischen 5 und 6 Uhr im Süden und zwischen 22 und 23 Uhr im Norden blieben dann einzelne Start- und Landebahnen ungenutzt.

Stadtverordneter Edmund Flößer-Zilz stellt dann doch klar, dies sei für die Grünen nur ein erster Schritt. Die Verantwortlichen dafür, dass bislang nicht mehr erreicht wurde, hat er auch schon ausgemacht: „Solange weder mit der CDU - und das sei besonders betont - noch mit der SPD ein von sechs auf acht Stunden erweitertes Nachtflugverbot im Hessischen Landtag durchsetzbar ist, sind wir für jede Form der Entlastung offen. Alles, was die Zahl der Menschen senkt, die unter Fluglärm leiden, ist hilfreich. Immerhin räumen die Grünen ein, dass „Lärmpause“ per Definition nicht „null Lärm“ bedeute. Dass objektiv in der Summe mit weniger Lärm und örtlich begrenzten Entlastungen durch das Lärmpausenmodell zu rechnen sei, werde aber von Fachleuten bestätigt.

Alles zum Thema Fluglärm lesen Sie im Stadtgespräch

„Die genauen Entlastungs- und Belastungseffekte am Morgen und am Abend müssen über konkrete Messungen ermittelt werden. Wir werden uns die Ergebnisse nach einem Jahr sehr genau anschauen und die Reaktionen der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen. Zumindest für einen Test sollte man offen sein“, appelliert Flößer-Zilz, Vorsitzender des Ausschusses Umwelt, Planen und Bauen. Die grüne Fraktionschefin Susann Schmitt ergänzt: „Für uns bleibt - völlig unabhängig von allen ergänzenden Maßnahmen - ein achtstündiges Nachtflugverbot unser eigentliches Ziel. Es wird unausweichlich, sollte ein Terminal 3 nicht zu verhindern sein.“ Bevor man das Lärmpausenmodell Al Wazirs im Vorhinein in Grund und Boden verdamme, müsse die Offenbacher SPD erklären, mit welchem Spitzenkandidaten sie in Hessen ein längeres Nachtflugverbot durchsetzen wolle. Schmitt: „Dann wäre die Kritik überzeugender.“

Zumal die Landes-SPD die Grünen keinesfalls bei einer Verhinderung des Terminals 3 unterstützen werde, im Gegenteil, ist sich die Fraktionsvorsitzende sicher.

Die zehn gefährlichsten Flughäfen der Welt

Die zehn gefährlichsten Flughäfen der Welt

mad

Kommentare