Solarstromanlage auf OFC-Dach

Grüner Strom fürs Heimspiel

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Solche Solarmodule auf den Dächern von Haupt- und Gegentribüne liefern fortan bis zu 421,92 Kilowattstunden Energie für den Betrieb des gesamten Stadions.

Offenbach -  Gestern nahm die EVO im Beisein der hessischen Umweltministerin die neue Solarstromanlage auf dem Dach des Kickersstadions offiziell in Betrieb. Von Fabian El Cheikh

Erstklassig ist sie schon, die Solaranlage auf dem Dach des Stadions am Bieberer Berg. Das wünsche er sich von ganzem Herzen auch für die Kickers, schmeichelt Herbert Muders dem angeschlagenen Verein. „Das sage ich auch als Mainzer.“ Der Geschäftsführer der Juwi Solar GmbH eröffnete gestern zusammen mit EVO-Vorstandschef Michael Homann und Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich die Solaranlage auf dem Dach des nagelneuen Stadions.

Genaue Angaben zur Stromerzeugung zeigt eine Anzeigetafel im Haupteingang des Stadions.

Strom produziert die Anlage, die Juwi Solar auf 3.800 Quadratmetern Dachfläche von Haupt- und Gegentribünen installiert hat, bereits seit dem 30. Juni. Erste Bilanz nach nur wenigen Wochen: 47.967 Kilowattstunden erzeugte Gesamtenergie. Die Kraft der Sonne, die durch die 1.800 Module direkt in elektrische Energie umgewandelt wird, kann rechnerisch 130 Drei-Personen-Haushalte ein ganzes Jahr lang versorgen. Rechnerisch. Denn genutzt wird der grüne Strom ausschließlich zum Heizen, Beleuchten und Versorgen des gesamten Stadions. „Das reicht sogar dann, wenn der OFC alle Spiele nur noch freitags unter Flutlicht austragen würde“, betont Michael Homann. Für den EVO-Chef ist das Projekt „ein weiteres Zeichen für die Klimawende“.

Saubere Energie für mehr als 100. 000 Menschen

Sein Unternehmen betreibt aktuell neben mehreren Solaranlagen und der Pelletanlage in Raunheim 25 Windräder im Hunsrück – allesamt ebenfalls von Juwi Solar aufgestellt –, die saubere Energie für mehr als 100. 000 Menschen erzeugen. Zum Vergleich: Der Energieversorger hat insgesamt rund 150.000 Kunden.

EVO-Chef Michael Homann überreichte mit Kickersspielern – passend zum grünen Strom – ein Auswärtstrikot an Umweltministerin Lucia Puttrich.

Einen Großteil der Erlöse aus dem hauseigenen Ökostromtarif verwendet der Anbieter zur Refinanzierung neuer Anlagen, die erneuerbare Energie liefern. Damit sind die Offenbacher geradezu ein Musterschüler für Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich, die die Zusammenarbeit mit dem Solarunternehmen als Beispiel für andere lobt: „Nur so kann die Energiewende funktionieren, wenn sich viele Partner finden und gemeinsam handeln.“ Die Offenbacher, so die CDU-Frau, zeigten eindrucksvoll, „dass auch große Gebäude vollständig mit Solarenergie versorgt werden können“.

Ein guter Anreiz, um öffentlich noch mehr für grüne Energie zu werben. „Wir wissen aber auch, dass noch viel zu tun ist, was Speicher und Leistungen betrifft.“

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Oberbürgermeister Horst Schneider, der wegen Erkrankung kurzfristig den von zahlreichen Medien gewürdigten Termin am Stadion absagen musste, bezeichnete die Kickers bereits im Vorfeld als „sehr gute Botschafter für die Stadt“. Die Solaranlage sei das „ökologische i-Tüpfelchen“ der Spielstätte. Mit ihren Anstrengungen zur Klimawende rangiere die EVO nach Einschätzung Schneiders im Vergleich zu Stadtwerken vergleichbarer Größe unter den „Top Ten“ in Deutschland. Dank des nachhaltigen Wachstumskurses seit das Unternehmen längst kein gewöhnlicher Energieversorger mehr: „Die EVO ist sexy geworden!“

Und Peter Walter als Geschäftsführer der Stadtwerke Holding (SOH) auch Hausherr der Spielarena durfte gestern erleichtert wieder einen Punkt von seiner To-do-Liste fürs Stadion streichen. „Jetzt wünschen wir uns alle ganz viel Sonne.“

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