Grüttner betont die Chancen

Offenbach - Rätselraten in Offenbach: Wer ist der Favorit für die Übernahme der noch städtischen Kliniken? Wir wissen es nicht, wüssten auch nicht, was die Kenntnis bringen sollte.

Der Name sagt doch nichts, solange dessen Besitzer nichts über sein Geschäftsmodell am Standort Offenbach sagen kann, weil die Aufsichtsgremien angesichts auch fehlender Testate für den Jahresabschluss 2012 noch gar nicht darüber befunden haben. Die Stadt befindet sich aus Sicht einer eher dürftig informierten Öffentlichkeit also offensichtlich in einer fragileren Verhandlungsphase als dargestellt, da selbst das favorisierte Angebot noch nicht notariell beurkundet sein kann.

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Das erklärt die Zurückhaltung der Protagonisten auf der politischen Bühne. Die sind sich bisher ausgesprochen einig bei der Einschätzung der Situation: Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) betont die Chancen für die medizinische Versorgung der Region, ebenso der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU): „Ich bin heilfroh, wenn das Klinikum wieder funktioniert.“ Hessen kann die Betten auch gut gebrauchen, berichtet der Minister doch von einer steigenden Zahl von Notfällen und Notzuweisungen. Auch Flurbetten seien wieder ein Thema.

Stadt hat sich mit Neubau übernommen

Schneider und Grüttner konstatieren, dass sich Offenbach mit dem Neubau übernommen hat. Schneider begründet das mit Änderungen der Gesetzgebung, die das Konzept einer Finanzierung des Neubaus aus der geschäftlichen Tätigkeit heraus zunichte gemacht hätten. Darüber hinaus sei der Bau konzeptionell zukunftsträchtig auf Kooperationen ausgelegt gewesen, die aber nie zustande gekommen seien.

Minister Grüttner führt die betrieblichen Verluste auf zu hohe Personalkosten zurück, die über die Fallpauschalen nicht zu refinanzieren seien. Außerdem habe das Klinikum an Reputation verloren, sei nicht mehr so attraktiv für Patienten mit Wahlbehandlungen. Schließlich sei Offenbach bei kostenminimierenden Kooperationen zumeist außen vor.

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Der Minister verweist aber auch auf die Zwickmühle der Stadt. Selbst hochverschuldet könne sie nicht aus der Verpflichtung entlassen werden, immer ein Krankenhaus betreiben zu müssen. Da biete sich ein starker Partner zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung an. Dafür habe es aber einen günstigeren Zeitpunkt gegeben, spielt Grüttner auf das abgebrochene Markterkundungsverfahren an. Die Offenbacher CDU wolle diese vergebene Chance nach Abschluss des Verkaufsverfahrens im Parlament zur Sprache bringen, kündigte ihr Vorsitzender an.

fp

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