Bieber-Nord

Schnelles Handeln erwünscht

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Die BI übergibt die Ergebnisse an Horst Schneider.

Offenbach - In Bieber-Nord soll sich etwas tun. Möglichst bald. So lautet der Tenor unter den Grundstücksbesitzern des seit Jahrzehnten brachliegenden Baugebiets, wie eine Umfrage der Bürgerinitiative Bieber-Nord ergeben hat. Von Veronika Szeherova

Die Ergebnisse überreichte die BI an Oberbürgermeister Horst Schneider. „Machen wir es richtig?“ Denken die anderen Grundstücksbesitzer ähnlich wie wir?“ Diese Fragen stellten sich die BI-Mitglieder Christa Demuth, Heidemarie Stiller-Loch und Walter Pfeifer bei einem gemeinsamen Treffen. Daraus entstand die Idee zur Fragebogenaktion. Sie wollten herauszufinden, wie groß das Interesse an einer schnellen Erschließung bis zur Baureife ist. Und erfahren, wie sich die Eigentümer zur Kostenfrage verhalten. Innerhalb von vier Wochen kommen 80 Prozent der Fragebögen ausgefüllt zurück. Mit einem eindeutigen Ergebnis: „Die Leute wollen, dass endlich etwas getan wird“, sagt BI-Sprecherin Christa Demuth.

Rückblick: Mehr als 20 Jahre liegt das geplante Baugebiet Bieber-Nord brach. Die 125 Grundstücksbesitzer sind nicht unter einen Hut zu bekommen, einer von der Stadt gewünschten privatrechtlichen Erschließung zuzustimmen. Das Projekt scheint dem Niedergang geweiht. Im Juni dieses Jahres die überraschende Wende. Der Bauausschuss einigt sich auf eine öffentlich-rechtliche Teilerschließung, bei der die Stadt Vorausleistungsbescheide oder Ablöseverträge anhand geschätzter Kosten ermöglicht. Die Eigentümer bezahlen die Erschließung ihres Grundstück selbst, etwa 80 Euro pro Quadratmeter.

Keine Belastung für Geldbeutel der Stadt

So kann das Gelände erschlossen werden, ohne das Stadtsäckel zu belasten. Banken wie die Sparkasse und die Raiffeisenbank Bieber bieten eigens dafür zinsgünstige Kredite an. Ende August folgt eine Infoveranstaltung der Stadt, bei der Oberbürgermeister Horst Schneider das Jahr 2014 für den Erschließungsbeginn anvisiert – falls der Regierungspräsident zustimmt. Schließlich drängt die Zeit: Ab 2018 greift aufgrund der Einflugschneise die Siedlungsbeschränkung, eine Wohnbebauung ist dann nicht mehr möglich.

Die Vertreter der BI sind selbst überrascht über die große Resonanz auf ihre Umfrage: „Das zeigt den Stellenwert, den eine baldige Erschließung und ein positives Ende dieser unendlichen Geschichte für die Grundstückseigentümer haben.“ Die BI sieht sich darin bestätigt, ihre Forderungen nach schnellster Erschließung weiter durchzusetzen. Bis auf eine Ausnahme halten es die Eigentümer für notwendig, dass die BI notfalls bei der Aufsichtsbehörde vorstellig wird. „Sie haben das Gefühl, dass von der Stadt zu wenig kommt“, sagt Demuth.

Rasche Verwertbarkeit

Fast ausnahmslos stimmen die Grundstücksbesitzer für die rasche Verwertbarkeit ihrer Grundstücke. Genauso wichtig ist allen Eigentümern, dass durch eine baldige Erschließung des Baugebiets der Stadtteil Bieber eine Aufwertung erfährt. Auf die Frage nach dem Zeitraum bis zur Baureife ihrer Grundstücke erwarten fast 85 Prozent, dass diese in maximal zwei Jahren gegeben ist. Die übrigen Eigentümer möchten nicht länger als vier Jahre warten müssen.

Bei der Frage der finanziellen Abwicklung der Erschließungskosten ist knapp die Hälfte noch unschlüssig. Mehr als die Hälfte der Eigentümer gab an, mehr Informationsbedarf über die Bedeutung und Vorgehensweise der Möglichkeiten (Vorausleistungsbescheid oder Ablösevertrag) zu haben. „Dem wollen wir nachkommen“, verspricht Demuth. Die klaren Ergebnisse veranlassten die BI dazu, sie an OB Schneider weiterzugeben. „Damit er weiß, wie die Eigentümer denken, und das Thema weiter verfolgt“, sagt die Sprecherin. Zufrieden ist die BI über die Einstellung von 300.000 Euro für Bieber-Nord in den städtischen Haushalt 2013. „Endlich sind wir auf der Prioritätenliste nicht mehr ganz hinten“, soPfeifer. Fazit der BI: „Die Erschließung des Baugebiets hat für die Eigentümer – von denen zwei Drittel Offenbacher sind – größte Bedeutung. Eine schnelle Entscheidung und ein Hinweis auf den Erschließungsbeginn würde ihnen Vertrauen und Planungssicherheit geben.“

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