Gute Idee im Einmachglas

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Schülerfirma will mit Suppen und Fonds Geld für gemeinnützige Kochprojekte einnehmen.

Offenbach ‐ Mit schwingendem Kochlöffel wirbelt Alfons Lorenz von Kiekebusch durch Offenbachs Küchen. Dabei macht es für ihn keinen Unterschied, ob er die feinen Gaumen der Stadt mit Kreationen im Restaurant Schaumahl verwöhnt oder in den Schulen für volle Mägen und Ernährungskunde sorgt. Von Katharina Platt

 Der Spitzenkoch, den es von Berlin über New York nach Offenbach verschlagen hat, verbindet soziales Engagement mit seinem Wissen als Küchenchef. Der von ihm gegründete Verein „Kochen mit Respekt und Toleranz“ unterstützt die Ernährungserziehung an Offenbacher Schulen. Dank Spenden und Mitgliedsbeiträgen konnte von Kiekebusch ein Küchen-Mobil anschaffen, das mit Geräten und Utensilien ausgestattet ist. Mit ihm fährt der Weltenbummler Schulen und Institutionen an und verwandelt eine schlichte Schulküche in ein kleines Sternerestaurant.

Auch bei seinem neuen Projekt wird gutes Essen zur guten Sache. Mit den sechsten und siebten Klassen der Schillerschule möchte von Kiekebusch eine Firma gründen und Convenience-Produkte herstellen und verkaufen.

Auf der vorläufigen Angebotsliste stehen Fleisch-, Gemüse- und Fischfonds, Suppen und eingemachtes Obst und Gemüse. Die konservierten Lebensmittel dienen als Basis für Soßen und verschiedene Gerichte. Die Zutaten dazu sollen ausschließlich aus Offenbacher Betrieben kommen und reine Bioprodukte sein. Auch auf Zusatzstoffe möchte der Initiator verzichten.

Zubereitet werden sollen die feinen Grundlagen für Suppen und Soßen in der großzügigen Schulküche der Schillerschule. „Die Küche dort ist groß genug und sehr gut ausgestattet“, sagt von Kiekebusch. Mit den Schülerinnen und Schülern hat der Koch, der auch schon fürs Fernsehen tätig war, bisher nur positive Erfahrungen gemacht. „Die Jugendlichen freuen sich drauf“, verrät er.

Geld fließt in Aufrüstung von Schulküchen

Als nächstes macht sich der Wahl-Offenbacher auf den Weg nach Berlin, um in einer Glasmanufaktur die passenden Einmachgläser zu finden. Im Anschluss müssen Rezepte erstellt und eine Banderole gestaltet werden. Das alles organisieren die Schüler mit von Kiekebusch in Eigenregie. Unterstützt werden sie dabei von Mitgliedern des Vereins „Kochen mit Respekt und Toleranz“, dessen Schirmherr der hessische Ministerpräsident Roland Koch ist. „Die Schüler kommen durch das Projekt in Kontakt mit der Marktwirtschaft“, erklärt der Koch. Von Kiekebusch setzt auf Praxis anstelle von grauer Theorie. Die Schüler selbst verkaufen dann ihre Ware auf dem Wochenmarkt. Eine Marktkonzession gibt es schon.

Das eingenommene Geld soll für die Aufrüstung von Schulküchen verwendet werden. Auch dem Küchenmobil fehlen noch scharfe Messer und andere Gerätschaften, die das Kochen erleichtern. Wenn die Arbeiten am Wilhelmsplatz abgeschlossen sind, geht es mit dem Verkauf los. Von Kiekebusch hofft, dass die Schüler schon bald die ersten 600 Einmachgläser befüllen können.

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