Heiter trotz Heiserkeit

Gute-Laune-Singen reicht von Harry Belafonte bis Udo Jürgens

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Die Augen auf die Leinwand gerichtet, können die Teilnehmer des Gute-Laune-Singens ihre Stimmen textsicher einsetzen.

Offenbach - Warum nur allein unter der Dusche singen, wenn doch so viele Menschen gerne mal ein Liedchen trällern? Das dachten sich die Macher des Offenbacher Gute-Laune-Singens, das auch bei der zweiten Auflage trotz Ferien gut besucht war und seinem Namen alle Ehre macht.

Wo man singt, da lass’ dich nieder, weiß der Volksmund. Denn: Böse Menschen kennen keine Lieder. Es steht zu vermuten, dass unter den Teilnehmern des jüngsten Gute-Laune-Singens im Ledermuseum Offenbach die wenigsten böse Absichten hegten. Vielmehr dürfte es ihnen ums kollektive Liederschmettern gegangen sein, für das weder Text- noch Tonsicherheit vonnöten ist. Trotz Sommerferien und Draußen-Wetter fanden sich auch beim zweiten Gute-Laune-Singen in Offenbach zahlreiche Sängerfreunde ein. „Wie erwartet findet die Veranstaltung immer mehr Anhänger“, freut sich Detlef Regenberg, der mit dem Ensemble „Gesang und Satire“ als „Vorsänger“ fungiert. Über einen Beamer werden die Liedtexte an eine Leinwand geworfen, so dass jeder im Saal hingebungsvoll und textsicher loslegen kann.

Die Musiker begleiten die Hobbysänger mehrstimmig und je nach Titel mit E-Piano, Geige, Akkordeon, Gitarren oder auch der Cajón. Playback kommt beim Gute-Laune-Singen nicht in Frage. Schon beim ersten Lied des Abends, dem Udo Jürgens- Klassiker „Mit 66 Jahren“, und ohne großes Warmmachen geht im Saal des Ledermuseums die Post ab. Ein vergnügungswilliges Publikum singt frei und gut gelaunt von der ersten Zeile an die Ohrwürmer von damals und heute begeistert mit.

Corvin und Ralph Flieger, Isabelle Beilke und Detlef Regenberg (von links) begleiten die Gelegenheitssänger.

Mitsingen ist hier pures Vergnügen, zumal sich viele Teilnehmer bei dem einen oder anderen Titel an Jugenderlebnisse aus der Vergangenheit erinnert gefühlt haben dürften. Mit Songs wie „Schuld war nur der Bossa Nova“, „Blowing in the Wind“, „Spanish Eyes“, „La Bamba“ und anderen Hits von gestern bis heute wurde so manche Erinnerung aufgefrischt. Humorvolle Anmoderationen der einzelnen Stücke sowie kleine Musikrätsel unterhalten die Teilnehmer zusätzlich. „Wir wollen unser Publikum nicht beschallen, sondern es situativ begleiten“, erklärt der Gründer des Ensembles, Detlef Regenberg.

Heiter bis ausgelassen geht es dann weiter. Beim „Banana boat“ von Harry Belafonte erklingt im Saal immer wieder ein vielstimmig geschmettertes „Day-o“. Nach zweieinhalb Stunden ungehemmten Singens ist so manche Kehle heiser. Bis zum nächsten Singtermin am Donnerstag, 24. September, dürfte die Heiserkeit jedoch auskuriert sein. Dann spielt das Ensemble im Bücherturm der Stadtbibliothek an der Herrnstraße 84.

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