Gute Taten sind Ehrensache

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Am Samstag tanzen sie in Palais, Ballkleid und Smoking: Der Lions-Club Lederstadt ist ein Netzwerk von Freunden und Freundinnen.

Offenbach - Mit einem Jubiläumsball feiert der Offenbacher Lions-Club Lederstadt am Samstag im Büsingpalais sein 25-jähriges Bestehen. Von Klaus Ackermann

Das oberste Lions-Gebot „We serve“ (Wir dienen) hat der Club, Teil einer weltweiten Vereinigung mit 1,3 Millionen Mitgliedern in etwa 200 Ländern, in mannigfaltigen Aktionen unter Beweis gestellt, dabei eng mit Offenbach verbunden. Herausragendes Ereignis ist das alle zwei Jahre stattfindende Entenrennen am Main, ein Publikumsmagnet und zudem für einen guten Zweck.

„Es sollte ein Kreis von Freunden sein, die sich besonders den Lücken in unserem so lückenlosen Sozialsystem widmen.“ Dies war der fromme Wunsch des Gründungspräsidenten Manfred von Keitz anlässlich der Charterfeier des Lions-Clubs Lederstadt. Nach 25 Jahren könnte der zu früh verstorbene lokale Kulturreferent mit dem Erreichten mehr als zufrieden sein. Die Lions kommen nicht nur der satzungsgemäßen Pflicht nach, „regelmäßige tätige Hilfe zu Gunsten der bürgerlichen Gesellschaft und der sittlichen Wohlfahrt der Gemeinde zu leisten“. Sie haben den Herzenswunsch des ersten Präsidenten verinnerlicht, „auch Freunden anderer Kulturen offen zu stehen“.

Wie ein roter Faden

Wie ein roter Faden zieht sich im ersten Jahrzehnt die tatkräftige Unterstützung der Offenbacher Kinderklinik durch die Club-Historie. Abgesehen von „Sight first“ und „Lions Quest“, internationale Aktivitäten der weltumspannenden Lions-Familie. Mit Spenden allein war das alles nicht zu stemmen, und so besann man sich auf kulturelle Aktivitäten wie das Konzert der Band of the United States Air Forces in Europe. In fünf Gastspielen haben die auf Swing wie auf sinfonische Blasmusik geeichten US-Musiker ihr Publikum begeistert – bei stets ausverkaufter Stadthalle, was vor allem der Kinderklinik zugute kam.

Obligat bei den Lions ist der Blick über den lokalen Tellerrand. So brachte ein Benefizball eine erkleckliche Summe für die Jenaer Kinderklinik. Und das nach einer Flutkatastrophe heftig mitgenommene Pirna unterstützte Lederstadt mit Geld- und Sachspenden.

Weitere Förderziele waren Hospizbewegung, Künstler-Nachwuchsförderung und Hochschule für Gestaltung. Überregional strahlt das berühmte Entenrennen auf dem Main ab, seit 2006 veranstaltet, auch technisch und organisatorisch eine Meisterleistung, die alle Kräfte des Clubs bindet.

Der Offenbacher Löwe

Das kulturelle Engagement bündelt zudem der Offenbacher Löwe, ein mittlerweile europaweit ausgeschriebener und mit 5000 Euro dotierter Wettbewerb für angehende Bühnenbildner, juriert von der Bayreuth-erprobten Professorin Rosalie, die an der HfG lehrt, und dem Regisseur, Komponisten und Theatermacher Heiner Goebbels (neben anderen). Wahrlich ein Glanzlicht des Clubs, bei dem es Tradition ist, sich auch politisch einzumischen. Bei den Lederstadt-Abenden im Offenbacher Hof, später im Hotel Gravenbruch oder jetzt im Sheraton Offenbach standen schon der damalige Umweltminister Joschka Fischer oder der mittlerweile verstorbene Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, Rede und Antwort.

Der Offenbacher Peter Walther ist aktuell 24. Präsident des reinen Männerclubs, bei dem sich die Damen allerdings nicht nur hinter den Kulissen stark engagieren.

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