Guter Job der Einsatzkräfte

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Der Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider informierte sich vor Ort über das Geschehen.

Offenbach - Besonnen sitzen die in Sicherheit gebrachten Anwohner des Alten Schlachtshofes in der Halle des Achat Plaza Hotels. Provisorisch wurden Stühle, Tische und drei Notliegen aufgestellt, um die Betroffenen des Baustellen-Unfalls mit Getränken und Medizin zu versorgen. Von Dirk Beutel

Zwischen ihnen läuft Renate Stock: „Ich bin richtig froh, dass ich hier sein kann und mich keiner unnötigen Gefahr aussetzen muss.“ Die Bauarbeiten am Spessartring hat sie den Morgen über von ihrem Balkon aus hin und wieder beobachtet und nichts ungewöhnliches bemerkt - auch am Nachmittag nicht.

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Erst als die Polizei kurz nach 16 Uhr vor ihrer Hausatür stand, wurde sie aus ihrem Alltag gerissen. Und zwar so schnell, dass die 60-Jährige nichts mitnehmen konnte. So wie Siglinde Fuchs. Die Rentnerin musste sogar ihren Rollator in ihrer Wohnung zurück lassen. Und noch schlimmer: ihr Insulin. Allerdings wurde sie kurz nach ihrem Eintreffen im Hotel von den Rettungskräften versorgt. Für sie ist es gleich, wie die Situation endet: Sie wird die Nacht bei ihrer Schwester Edith verbringen.

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Kein Wunder. Bis in die späten Abendstunden war für die Anwohner unklar, ob sie die Nacht in ihrem eigenen Bett verbringen können oder nicht. Das ist die einzige Frage, die auch Harald Schildgen umtreibt: „Wann können wir wieder nach Hause? Ich weiß genauso soviel, wie vor der Evakuierung. Keiner kann einem hier etwas sagen.“

Etwas entspannter sitzt auf der anderen Seite der Halle Rita Witte: „Ich habe keine Angst, dass etwas passiert. Die ganzen Einsatzkräfte haben bis jetzt schon einen tollen Job gemacht - eine Spitzenleistung.“ Auch Rüdiger Hildebrandt und Claudia Dyballa glauben an nichts Ernstes.

Lob für die Einsatzkräfte

Nur die Ungewissheit macht die Nachbarn, die beide erst seit Anfang des Jahres in der Gegend wohnen, etwas nervös: „Das wäre ganz schön blöd, wenn der Kran auf unser Haus fallen würde“, sagt Hildebrandt ironisch. „Man lacht zwar drüber, aber so etwas kann wirklich keiner gebrauchen.“ Hildebrandt kam gerade von der Arbeit, als er direkt von der Polizei auf die drohende Gefahr und die Evakuierung hingewiesen wurde und sich mit seiner Nachbarin, wie alle anderen, zu Fuß in Richtung des Achat Hotels machten.

Wohin sich auch Offenbachs OB Horst Schneider mit seinem Fahrrad auf den Weg machte. „Da fällt mir gar nichts ein, wie man einen Baukran so nah an einer ungesicherten Grube aufbauen konnte.“ Im gleichen Atemzug lobte er die Leistung der Einsatzkräfte.

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